Wie ein Grönländer-Gebäck eine diplomatische Krise zwischen Deutschland und Dänemark auslöste

Lukas Lehmann
Lukas Lehmann
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Eine Satellitenansicht der Europäischen Union in Schwarz-Weiß mit dem Text "Friederike David" in der Mitte.Lukas Lehmann

Lüneburger Bäckerei-Idee: "Grönländer" statt "Amerikaner" - Wie ein Grönländer-Gebäck eine diplomatische Krise zwischen Deutschland und Dänemark auslöste

Eine kleine deutsche Bäckerei hat mit der Umbenennung eines beliebten Gebäcks eine internationale Kontroverse ausgelöst. Die in Lüneburg ansässige De Heidbäcker GmbH taufte das runde, glasierte Amerikaner-Teiggebäck kurzerhand in Grönländer um – als scherzhafte Protestaktion. Was als humorvolle Stichelei gegen das US-Interesse an Grönland gedacht war, löste stattdessen in Dänemark heftige Empörung aus.

Die unter dem Namen Amerikaner bekannten Süßspeisen sind seit langem fester Bestandteil deutscher Bäckereien. Ihr Name könnte auf Ammoniumbicarbonat zurückgehen, ein früher aus den USA importiertes Triebmittel, oder auf ihre helmartige Form, die an die Kopfbedeckung amerikanischer Soldaten erinnert. Doch Anfang 2026 beschloss Geschäftsführer Jannik Harms von De Heidbäcker eine Umbenennung.

Die Bäckerei präsentierte den neuen Namen Grönländer als scherzhafte Reaktion auf die anhaltenden US-Bestrebungen, Grönland zu erwerben. Harms erklärte, die Änderung bleibe so lange bestehen, wie die politischen Ambitionen Washingtons gegenüber der Insel andauerten. Vor Ort stießen die Kunden die Neuerung positiv auf – sie lobten den Schritt als klug und Ausdruck europäischer Solidarität.

Dänemark jedoch fand daran nichts Lustiges. Außenminister Lars Løkke Rasmussen verurteilte die Umbenennung öffentlich als kulturelle Aneignung und Verharmlosung der grönländischen Identität. Dänische Medien kritisierten die Bäckerei scharf, während in sozialen Netzwerken zu Boykottaufrufen aufgerufen wurde. Die Debatte überlagerte schnell die ursprüngliche Absicht des Unternehmens.

Trotz des Aufruhrs hält De Heidbäcker an seiner Entscheidung fest. Die Grönländer-Teigstücke bleiben im Sortiment – ihr Name ist nun zum Zündfunken einer unerwarteten diplomatischen Verstrickung geworden.

Was als betriebliche Kleinigkeit begann, entwickelte sich zu einem grenzüberschreitenden Eklat. Während deutsche Kunden die Umbenennung begrüßen, zeigt die scharfe dänische Reaktion, wie sensibel das Thema um Grönlands Status ist. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass die Bäckerei zurückrudert.

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