Arzneimittelknappheit droht: Wie Europas Abhängigkeit von Asien zur Gefahr wird
Arzneimittelknappheit droht: Wie Europas Abhängigkeit von Asien zur Gefahr wird
Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) warnt vor Arzneimittelengpässen in Europa nach militärischer Eskalation im Nahen Osten
Die jüngsten Störungen wichtiger Schifffahrtsrouten haben die Verwundbarkeit Europas bei der Abhängigkeit von pharmazeutischen Importen aus Asien – insbesondere aus China – schonungslos offenbart. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zeigt sich besorgt über die Versorgungssicherheit mit Medikamenten in Europa.
Die Sperrung der Straße von Hormus am 3. März 2026 hat diese Risiken weiter verschärft: Reedereien müssen ihre Schiffe umleiten, was die Transportkosten in die Höhe treibt. Der BPI fordert nun dringende Maßnahmen, um die medizinischen Lieferketten Europas abzusichern und die Abhängigkeit von instabilen Handelsrouten zu verringern.
Auslöser der Krise war die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran als Reaktion auf Luftangriffe der USA und Israels. Innerhalb weniger Tage kam der Schiffsverkehr durch diese lebenswichtige Engstelle nahezu zum Erliegen – Tanker stoppten oder wichen auf alternative Routen aus. Die Versicherungskosten für Schiffe mit Zielhaft im Persischen Golf schnellen in die Höhe, sodass viele Fahrten wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind. In der Folge sind nun 20 Prozent des globalen Flüssigerdgas-Handels (LNG) sowie erhebliche Öllieferungen massiv beeinträchtigt – mit Auswirkungen auf Energie- und Frachtmärkte in Asien und Europa.
Reedereien haben die Asia-Europa-Route inzwischen als Hochrisiko-Strecke eingestuft; einige Unternehmen meiden sie komplett. Wer die Route dennoch bedient, muss den Umweg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen – was jede Fahrt um zehn bis vierzehn Tage verlängert und die Kosten explodieren lässt. Europas Pharmaindustrie, die stark von asiatischen Importen abhängt, sieht sich nun mit Lieferverzögerungen und deutlich höheren Ausgaben für lebenswichtige Medikamententransporte konfrontiert.
Als Reaktion hat der BPI eine Zehn-Punkte-Strategie vorgelegt, um die Resilienz der Arzneimittelversorgung in Europa zu stärken. Der Plan umfasst den Ausbau der heimischen Medikamentenproduktion, den Aufbau strategischer Partnerschaften sowie die Verankerung der Pharmaherstellung in den nationalen Sicherheitsvorkehrungen. Der Verband verweist zudem auf das Gesundheitssicherstellungsgesetz (GeSiG) als zentrale Chance, ein dauerhaft finanziertes System für Krisenbewältigung, Bevorratung und die Aufrechterhaltung der Produktionskapazitäten zu etablieren.
Der BPI betont, dass eine enge Verzahnung von Industrie- und Gesundheitspolitik unerlässlich ist. Pharmazeutische Forschung, Innovation und Produktion müssten künftig als Teil des europäischen Sicherheitsrahmens betrachtet werden. Ohne solche Maßnahmen drohen dem Kontinent bei künftigen Krisen massive Versorgungsengpässe.
Die Blockade der Straße von Hormus hat Europas Anfälligkeit für Lieferkettenstörungen schonungslos offenbart. Angesichts bedrohtter Schifffahrtswege und steigender Kosten zielen die BPI-Vorschläge darauf ab, die Abhängigkeit von Asien zu verringern und eine eigenständigere Pharmaindustrie aufzubauen.
Ob diese Maßnahmen greifen, hängt von abgestimmten Schritten von Regierungen, Wirtschaft und Politik ab. Gelingen die Reformen, könnte Europas Gesundheitssystem auch in globalen Krisen funktionsfähig bleiben – ohne sich auf instabile Handelsrouten verlassen zu müssen.
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