Merkels ETS-Kritik lässt CO₂-Preise in der EU abstürzen – und spaltet Europa und USA
Merkels ETS-Kritik lässt CO₂-Preise in der EU abstürzen – und spaltet Europa und USA
CO₂-Preise im EU-Emissionshandel stürzen nach Merkels Kritik ab
Mitte Februar 2026 erlebten die CO₂-Preise in der EU einen deutlichen Einbruch, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz das Emissionshandelssystem der Union infrage gestellt hatte. Seine Äußerungen am 11. und 12. Februar lösten einen fast 20-prozentigen Rückgang der Zertifikatepreise seit Jahresbeginn aus – die Kurse fielen auf Tiefststände von rund 71 bis 73 Euro pro Tonne. Der Ausverkauf setzte ein, während gleichzeitig Industrievertreter und europäische Politiker eine Verzögerung der Klimapolitik forderten.
Merz hatte zunächst eine Überarbeitung oder Verschiebung des EU-Emissionshandels (EU-ETS) gefordert, falls dieses die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gefährde. Seine Aussagen auf der Münchner Sicherheitskonferenz, bei der er auch vor einer "tiefen Spaltung" zwischen Europa und den USA warnte, ließen die Märkte abstürzen. Bis zum 13. bis 15. Februar sanken die Preise für CO₂-Zertifikate auf das niedrigste Niveau seit Ende 2025.
Am 12. Februar mildert der Kanzler seine Position und verteidigte das ETS zwar als wirksam, mahnte jedoch Anpassungen an. Dieser Kurswechsel folgte auf Druck von EU-Spitzenpolitikern wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron, die ihre Unterstützung für das System bekräftigten. Unterdessen schlossen sich Politiker aus Tschechien, der Slowakei und Österreich Forderungen nach einem langsameren Auslaufen der kostenlosen CO₂-Zuteilungen an.
Auch Lobbying aus der Wirtschaft verstärkte die Unsicherheit: Ineos-Gründer Jim Ratcliffe plädierte für eine Aussetzung von Teilen des ETS, während der Kurs von Heidelberg Materials um etwa 10 Prozent einbrach – eine direkte Folge der politischen Zweifel. Die Turbulenzen fielen zusammen mit einem EU-Wettbewerbsgipfel in Belgien und der anstehenden ETS-Überprüfung im dritten Quartal 2026.
Doch nicht nur die CO₂-Märkte waren betroffen: Die Finanzmärkte blieben instabil. Bitcoin notierte bei rund 67.000 US-Dollar, während der "Fear & Greed Index" auf "extreme Angst" stand. Die Deutsche Telekom legte hingegen über 6 Prozent zu, da Anleger in sichere Werte flüchteten. In den USA lag die Inflation im Januar bei 2,4 Prozent – leicht unter den Erwartungen –, doch Händler blieben vorsichtig, da die US-Notenbank ihre Zinssenkungen weiter hinauszögerte.
Auch politisch verschärften sich die Spannungen: Die sogenannte "14:30-Ultimatum-Frist" verstrich zwar ohne größere Zwischenfälle, doch die Nervosität wuchs. Der US-NATO-Botschafter Matthew Whitaker lobte indes Merz' harte Energiepolitik gegenüber Russland – ein Zeichen für die transatlantischen Differenzen in Klimafragen und Sicherheitspolitik.
Der EU-Emissionshandel steht nun unter wachsendem Druck von Politik und Wirtschaft. Zwar haben sich die CO₂-Preise auf niedrigerem Niveau stabilisiert, doch die Debatte über Wettbewerbsfähigkeit und Klimaziele ist noch lange nicht beendet. Mit anstehenden Überprüfungen und Gipfeln bleibt die Gefahr weiterer Turbulenzen auf den Energie- und Finanzmärkten bestehen.
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