Hessen steht vor harten Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst mit 7-Prozent-Forderung

Luisa Lange
Luisa Lange
2 Min.
Ein Plakat mit zwei Personen vor einer Bergkulisse mit Bäumen und der Aufschrift "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."Luisa Lange

Lohnverhandlungen - Minister warnt vor überzogenen Forderungen - Hessen steht vor harten Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst mit 7-Prozent-Forderung

Gewerkschaften im öffentlichen Dienst Hessens fordern in den anstehenden Tarifverhandlungen für das kommende Jahr eine Lohnerhöhung von sieben Prozent. Zudem verlangen sie eine höhere Weihnachtsgeldzahlung sowie eine monatliche Aufstockung von 200 Euro für Auszubildende. Hessens Innenminister Roman Poseck bezeichnete die Forderungen als "überzogen" und verwies auf die angespannte Haushaltslage des Landes.

Von den anstehenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-H) in Hessen sind rund 65.000 Beschäftigte betroffen. Dazu zählen Mitarbeiter in Schulen, Landesverwaltungen, im Straßenbau, in der Forstwirtschaft, bei Gerichten und in Justizvollzugsanstalten. Eine große Gruppe bilden Lehrkräfte – die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vertritt mittlerweile fast 24.800 Mitglieder in Hessen.

Die Gewerkschaften kritisieren die Haltung der Landesregierung zur Inflation und verweisen auf weiterhin hohe Lebenshaltungskosten. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wies die Behauptung zurück, die Lohnanpassungen hätten mit der Preisentwicklung Schritt gehalten, und verwies auf zunehmende Probleme bei der Personalgewinnung. Für den 27. Februar 2026 ist vor der ersten Verhandlungsrunde eine Demonstration vor dem Innenministerium in Wiesbaden geplant.

Poseck betonte, angesichts der angespannten Finanzlage des Landes sei eine "nachhaltige Lösung" erforderlich. Weitere nicht öffentliche Gespräche sind für den 9. und 10. März sowie den 26. und 27. März 2026 angesetzt. Die GdP entgegnete, öffentliche Sicherheit gebe es "nicht zum Schnäppchenpreis" und verteidigte die Lohnforderungen.

Die Tarifverhandlungen 2026 umfassen Gehälter, Sonderzahlungen und Ausbildungsvergütungen für Zehntausende Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnten weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen. Das Ergebnis wird die Arbeitsbedingungen in Hessens zentralen öffentlichen Einrichtungen prägen.

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