Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Baden-Württemberg
Sein Leben in Bildern: Das ist Cem Özdemir - Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Baden-Württemberg
Cem Özdemir hat Geschichte geschrieben: Als erster Ministerpräsident türkischer Herkunft übernimmt er nun die Regierungsgeschäfte in Deutschland. Sein Sieg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg krönt eine lange politische Karriere. Die Grünen setzten sich mit einem hauchdünnen Vorsprung durch – nur ein halber Prozentpunkt trennt sie von der CDU.
Özdemirs politischer Weg begann mit 16 Jahren, als er den Grünen beitrat. 1994 zog er als erster Bundestagsabgeordneter türkischer Herkunft ins Parlament ein. Sein Aufstieg gipfelte von 2008 bis 2018 in der Rolle des Parteivorsitzenden, den er gemeinsam mit Simone Peter ausübte und die Grünen damit in die politische Mitte führte.
Ein Skandal zwang ihn 2002 zum Rücktritt, doch bereits 2004 kehrte er über das Europaparlament auf die politische Bühne zurück. Später, als Landwirtschaftsminister in der Scholz-Koalition ab 2021, sah er sich massivem Widerstand der Bauern gegenüber, insbesondere wegen Kürzungen bei den Subventionen. Im Wahlkampf in Baden-Württemberg inszenierte er sich als natürlichen Nachfolger von Winfried Kretschmann – gemeinsame Auftritte unterstrichen seinen Führungsanspruch.
Während des Wahlkampfs war Özdemir das Aushängeschild der Grünen: Sein Name prangte groß auf den Plakaten, während das Parteilogo dezent im Hintergrund blieb. Das Ergebnis bescherte Grünen und CDU schließlich die gleiche Anzahl an Sitzen im Landtag.
Der Wahlerfolg festigt Özdemirs Position als eine der prägendsten Figuren der deutschen Politik. Als gebürtiger Schwabe führt er nun Baden-Württemberg – nach Jahrzehnten im öffentlichen Dienst. Seine Amtszeit beginnt mit einer knappen Mehrheit der Grünen über die CDU.
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