AfD in der Kritik: Familienclans dominieren Partei-Ämter und Büros
AfD in der Kritik: Familienclans dominieren Partei-Ämter und Büros
Korruptionsvorwürfe gegen die politische Partei AfD: Mehrere Familienmitglieder von Abgeordneten in Partei-nahen Positionen
Die Vorwürfe der Vetternwirtschaft innerhalb der rechtspopulistischen politischen Partei AfD mehren sich, nachdem bekannt wurde, dass mehrere Familienmitglieder von Abgeordneten in mit der Partei verbundenen Funktionen beschäftigt sind. Im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion steht Damian Lohr, der parlamentarische Geschäftsführer der AfD in Rheinland-Pfalz, dessen Angehörige in verschiedenen Bundesländern in AfD-Büros arbeiten.
Lohrs Schwester ist derzeit als Mitarbeiterin von Robert Lambrou tätig, dem Fraktionsvorsitzenden der AfD in Hessen. Lambrou verteidigte die Einstellung mit dem Hinweis, sie sei ausschließlich aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation erfolgt und habe "herausragende Leistungen" erbracht. Gleichzeitig betonte er, dass keine weiteren Angehörige von hessischen AfD-Abgeordneten in der Fraktion beschäftigt seien – auch wenn solche Einstellungen rechtlich zulässig seien, sofern die Qualifikationen dies rechtfertigen.
Lohrs Mutter arbeitet seit einem Jahrzehnt für die AfD-Landesfraktion in Rheinland-Pfalz. Zudem ist sein Stiefvater als Büroleiter für die AfD-Fraktion im Wiesbadener Rathaus tätig.
Obwohl die Kritik an möglichen Begünstigungen zunimmt, sind seit 2020 keine öffentlich dokumentierten Fälle in anderen AfD-Landesverbänden bekannt geworden. Bisherige Berichte beziehen sich lediglich auf die AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt. Die hessische AfD-Fraktion selbst verfügt über keine expliziten Regelungen, die die Anstellung von Angehörigen verbieten – Personalfragen unterliegen hier dem Hessischen Abgeordnetengesetz.
Die AfD betont, dass alle Einstellungen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und auf fachlichen Kriterien basieren. Dennoch sorgt die Häufung von Familienmitgliedern in Partei-Ämtern weiterhin für Kritik. Aktuell gibt es in der hessischen Fraktion keine formalen Beschränkungen, die solche Personalentscheidungen verhindern würden.
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