Dresdens verbotene Kunst: Wie Expressionisten die DDR-Diktatur herausforderten
Dresdens verbotene Kunst: Wie Expressionisten die DDR-Diktatur herausforderten
Dresden als Kunstzentrum der DDR: Widerstand zwischen Sozialistischem Realismus und Expressionismus
Dresden war eines der wichtigsten Kunstzentren der ehemaligen DDR und beherbergte die renommierte Hochschule für Bildende Künste. Obwohl die Institution jahrzehntelang den Sozialistischen Realismus förderte, formierte sich Ende der 1970er-Jahre eine Gruppe von Künstlern, die sich gegen die offiziellen Vorgaben auflehnten. Ihre Werke, verwurzelt in expressionistischen Traditionen, gerieten immer wieder in Konflikt mit den Staatsbehörden – und doch verließ keiner von ihnen die DDR vor dem Mauerfall 1989.
An der Hochschule für Bildende Künste Dresden studierten viele Künstler, die später die alternative Kunstszene der DDR prägten. Dazu zählten Eberhard Göschel, Hans Scheib, Reinhard Stangl, Volker Henze, Helge Leiberg, Christine Schlegel, Cornelia Schleime und Ralf Kerbach. Ihr Stil orientierte sich an der expressionistischen Künstlergruppe "Brücke" – eine Richtung, die der Staat ausdrücklich nicht unterstützte.
Die Auseinandersetzungen mit den Behörden entzündeten sich an ihren unkonventionellen Lebensentwürfen und unabhängigen Ausstellungsformaten. Hans Scheib eröffnete etwa in Berlin-Prenzlauer Berg private Galerien – zunächst 1977 in der Raumerstraße 23, dann 1980 in der Sredzkistraße 64. Eberhard Göschel gründete in Dresden den Obergrabenpresse-Verlag und organisierte gemeinsam mit Helge Leiberg thematische Gruppenausstellungen im Leonhardi-Museum, das 1982 vorübergehend geschlossen wurde.
Die meisten dieser Künstler sahen sich massiven Repressionen ausgesetzt: Sie erhielten keine Aufträge, durften nicht ausstellen und standen unter Observation der Stasi. Trotz des Drucks emigrierte keiner von ihnen vor oder während der Wende 1989 – anders als frühere Persönlichkeiten wie Roger Loewig, der 1972 die DDR verließ, oder A.R. Penck, der 1980 inoffiziell ausreiste. Siegfried Besser, ein weiterer Absolvent der Hochschule, blieb sogar bis 1990.
Parallel dazu führte der Staat sein offizielles Kunstprogramm fort. Alle fünf Jahre zeigte das Albertinum in Dresden die zentralen Kunstausstellungen der DDR mit genehmigten Werken – seit 1953. Der Kontrast zwischen diesen staatlich sanktionierten Schauen und der underground-Kunstszene wurde mit der Zeit immer deutlicher.
Die Künstler der Dresdner Hochschule stellten mit ihrem Werk und ihren unabhängigen Projekten die Kulturpolitik der DDR infrage. Ihr beharrlicher Widerstand – trotz Ausstellungsverboten und Überwachung – war eine stille, aber entschlossene Form des Protests. Nach 1989 zogen viele von ihnen in die Bundesrepublik, hinterließen aber ein Erbe des Widerstands in der ostdeutschen Kunst.
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