Thüringenkolleg Weimar schließt: Zweiter Bildungsweg in Thüringen endet 2027
CDU-Abgeordneter hofft auf Lösung für Thüringen-Kolleg - Thüringenkolleg Weimar schließt: Zweiter Bildungsweg in Thüringen endet 2027
Das Thüringenkolleg in Weimar, eine Bildungseinrichtung, an der Erwachsene über den zweiten Bildungsweg ihren Urlaub nachholen können, wird ab dem nächsten Schuljahr keine neuen Studierenden mehr aufnehmen. Das Thüringer Bildungsministerium begründete die Schließung mit hohen Kosten und einer geringen Abschlussquote.
Bestehende Studierende dürfen ihr Studium zwar abschließen, doch nach dem akademischen Jahr 2026/2027 werden keine weiteren Bewerbungen mehr angenommen.
Die Entscheidung stößt auf Kritik aus verschiedenen politischen Lagern. Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Ulrike Grosse-Röthig, forderte Bildungsminister Christian Tischner (CDU) auf, die Schließung rückgängig zu machen. Sie kündigte an, das Thema im Bildungsausschuss zur weiteren Diskussion einzubringen.
Auch der CDU-Abgeordnete Lennart Geibert lehnte den Schritt ab und betonte, das Thüringenkolleg biete Erwachsenen wichtige Chancen für einen zweiten Bildungsweg. Er äußerte die Hoffnung, das Ministerium werde eine Lösung finden, um die Einrichtung zu erhalten.
Das Ministerium rechtfertigte seine Entscheidung mit jährlichen Ausgaben von rund einer Million Euro bei nur 25 Absolventen im vergangenen Jahr. Zwar gebe es in anderen Bundesländern ähnliche Einrichtungen wie Kollegs, Abendgymnasien oder Weiterbildungszentren – in Thüringen selbst stünden Betroffenen nach der Schließung jedoch Alternativen wie Volkshochschulen (VHS) oder das Fernurlaub offen.
Die Schließung wird nach dem Schuljahr 2026/2027 vollständig umgesetzt. Aktuelle Studierende können ihr dreijähriges Abitur-Programm abschließen, Neuanmeldungen wird es jedoch nicht mehr geben. Die Debatte über den zweiten Bildungsweg in Thüringen dürfte anhalten, während Politiker nach Lösungen suchen.
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