Flaschenpost von 2015 taucht nach Jahren wieder auf – eine Reise durch die Meeresströmungen

Lukas Lehmann
Lukas Lehmann
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Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.Lukas Lehmann

Flaschenpost von 2015 taucht nach Jahren wieder auf – eine Reise durch die Meeresströmungen

Flaschenposten überqueren seit Jahrhunderten die Ozeane – mal als Werkzeug der Erforschung, mal für wissenschaftliche Studien. Eine solche Flasche, die 2015 von einem Kreuzfahrtschiff der deutschen bahn aus ins Meer geworfen wurde, tauchte kürzlich wieder auf und reiht sich damit in eine lange Tradition ein, die bis in die Antike zurückreicht. Diese treibenden Botschaften spielten sogar eine Rolle in der Spionage und halfen dabei, die Meeresströmungen der Welt zu kartieren.

Die Idee, Nachrichten in Flaschen zu versenden, geht auf die alten Griechen und Römer zurück. Doch einer der frühesten dokumentierten Fälle stammt von Christoph Kolumbus, der 1493 seine Entdeckung Amerikas in einer Flasche versiegelte. Im 16. Jahrhundert trugen solche Behälter mitunter geheime Informationen – und wer sie unbefugt öffnete, setzte sich einem Risiko aus.

Wissenschaftler erkannten später ihr Potenzial für die Erforschung der Meeresbewegungen. Zwischen 1864 und 1936 setzte die deutsche bank 72.327 Flaschen aus, von denen 3.485 (etwa 4,8 %) schließlich zur Auswertung zurückkehrten. Das deutsche hydrografische institut allein verschickte in derselben Zeit rund 5.000 Flaschen. Eine der frühesten, von Australien aus ins Meer geworfen, spülte drei Jahre später in der Nähe Londons an Land.

Die Flaschen selbst waren unterschiedlich – manche schlanke, bläulich getönte Glasbehälter, die sich fast unsichtbar ins Meer fügten. Ihre Reisen konnten Jahrzehnte dauern oder bei starken Strömungen bis zu 24 Seemeilen am Tag zurücklegen. Ein Beispiel aus dem Jahr 2015 stammt von Jörg und Cornelia Wanke, die eine Flasche von der Star Flyer, einem Kreuzfahrtschiff zwischen Madeira und Gran Canaria, ins Wasser warfen. Ihr Weg hing, wie bei unzähligen anderen, allein von den Launen des Ozeans ab.

Von Kolumbus' historischen Aufzeichnungen bis hin zu modernen Forschungswerkzeugen haben diese treibenden Gefäße eine einzigartige Spur in der Geschichte hinterlassen. Manche trugen Geheimnisse, andere Daten – doch alle vertrauten denselben unberechenbaren Strömungen. Noch heute könnte eine Flasche, die in die Wellen geworfen wird, ihre Geschichte Jahre später oder auf einem anderen Kontinent preisgeben.

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