Gastronomen protestieren gegen geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung auf 19 Prozent

Lukas Lehmann
Lukas Lehmann
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Ein altes deutsches Banknoten mit einer Vogeldarstellung und der Aufschrift "Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaf Berlin".Lukas Lehmann

Gastronomen protestieren gegen geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung auf 19 Prozent

Gastronomen und Hoteliers in ganz Deutschland wehren sich gegen Pläne, den Steuersatz auf Restaurantmahlzeiten anzuheben. Ab Januar 2024 soll die Mehrwertsteuer auf Speisen und Getränke in Cafés, Restaurants und Pensionen von 7 auf 19 Prozent steigen. Nun haben sich auch Unternehmen aus Rödermark dem Protest angeschlossen und warnen vor schweren wirtschaftlichen und sozialen Folgen, falls die Erhöhung umgesetzt wird.

Die Proteste in Rödermark erhalten Unterstützung von lokalen Verantwortungsträgern, darunter Bürgermeister Jörg Rotter und Till Andrießen, Leiter des städtischen Wirtschaftsreferats. Gemeinsam mit Vertretern der Gastronomie unterzeichneten sie einen Appell an die Bundesregierung, den derzeitigen ermäßigten Steuersatz beizubehalten, der 2020 als Teil der Corona-Hilfsmaßnahmen eingeführt worden war.

In dem Schreiben wird betont, wie wichtig Restaurants und Cafés als soziale Begegnungsstätten sind – oft als "öffentliche Wohnzimmer" ihrer Gemeinden bezeichnet. Eine Steigerung der Abgaben jetzt, so die Argumentation, würde ihre Existenz unter den ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen gefährden. Die Betreiber warnen, dass eine Weitergabe der höheren Kosten an die Gäste zu sinkenden Besucherzahlen, Umsatzeinbußen, Schließungen und leerstehenden Läden in den Innenstädten führen könnte.

Über die finanzielle Belastung hinaus verweist der Appell auf weitere Risiken wie eine sinkende Lebensqualität und die schleichende Verödung der lokalen Einkaufsstraßen. Das Dokument soll in den kommenden Tagen sowohl an die hessische Landesregierung als auch an Bundesfinanzminister Christian Lindner übermittelt werden. Bisher hat sich kein deutsches Bundesland öffentlich zu der geplanten Mehrwertsteuererhöhung geäußert.

Die geplante Steuererhöhung löst in der Gastronomiebranche weitreichende Besorgnis aus. Viele fürchten, dass sie die Schließung von Betrieben beschleunigen und die lokalen Wirtschaften schwächen könnte. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Rückkehr zum regulären Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent die Inhaber zwingen, die Preise zu erhöhen – mit der Gefahr, dass Kunden ausbleiben und die Branche weiter destabilisiert wird.

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