M&A-Boom in Deutschland: Biotech und Onkologie treiben Fusionen voran – doch droht die Blase zu platzen?

Maximilian Krause
Maximilian Krause
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Ein lebendiger Markt in Heidelbergs altem Stadtkern mit Menschen, die durch die Gassen schlendern, an Tischen mit Blumentöpfen und Sonnenschirmen sitzen oder stehen, vor einem Hintergrund aus Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.Maximilian Krause

M&A-Boom in Deutschland: Biotech und Onkologie treiben Fusionen voran – doch droht die Blase zu platzen?

Deutsche Unternehmen treiben eine Welle von Fusionen und Übernahmen (M&A) voran – die Aktivität steigt in Schlüsselbranchen spürbar an. Doch die Sorge über explodierende Kaufpreise wächst, sodass einige Beobachter bereits fragen, ob der Markt seinen Höhepunkt bereits überschritten hat. Zwar haben sich regulatorische Hürden verringert, doch überhöhte Bewertungen und sich wandelnde Prioritäten prägen zunehmend die Strategien bei Unternehmenszusammenschlüssen.

In den vergangenen sieben Jahren hat sich die M&A-Aktivität in Deutschland deutlich gewandelt. Standen anfangs pandemiebedingte Expansionen im Biotech-Bereich im Vordergrund, liegt der Fokus nun auf strategischen Partnerschaften und Kapazitätsaufbau in der Onkologie und bei mRNA-Therapien. Die seit 2018 intensivierten Kooperationen von BioNTech mit Roche, Sanofi, Genentech und Moderna verdeutlichen diesen Trend. Laufende klinische Studien zu Krebsimpfstoffen wie BNT327/PM8002 für Lungenkrebs zielen auf eine Zulassung bis 2026 ab. Die Biotech- und Onkologie-Sektoren – insbesondere die Immunonkologie und mRNA-basierten Behandlungen – gelten aufgrund ihres hohen Wachstumspotenzials und der Produktionsausweitung in Afrika als attraktivste Übernahmeziele.

Die meisten deutschen Unternehmen finanzieren ihre Deals vorrangig aus eigenen Mitteln und bewerten die eigene Liquidität mit 8,29 von 10 Punkten als wichtigstes Finanzierungsinstrument. Organisches Wachstum bleibt mit 8,59 Punkten der Hauptantrieb, gefolgt von der Marktanteilsausweitung in vertrauten Regionen mit 6,88 Punkten. Über drei Viertel der Unternehmens-M&A-Abteilungen planen weitere Übernahmen, vor allem in Märkten, in denen sie bereits aktiv sind.

Trotz der regen Aktivität mehren sich jedoch Warnungen vor überhitzten Bewertungen. M&A-Berater stufen die Preisinflation in den Sektoren mit 8,76 von 10 Punkten als deutlich überzogen ein. Viele Experten deuten zudem an, dass der Boom seinen Höhepunkt bereits überschritten haben könnte – mit Werten von 4,74 (Berater) bzw. 4,71 (Unternehmensvertreter). Regulatorische Eingriffe stellen hingegen zunehmend ein geringeres Hindernis dar: Die Wahrscheinlichkeit von Einwänden wird nur noch mit 3,35 von 10 Punkten bewertet.

In der Praxis setzen die meisten Firmen bei höchstens der Hälfte ihrer Transaktionen auf externe Unterstützung. Dies spiegelt sowohl das Vertrauen in interne Ressourcen als auch die Zurückhaltung angesichts steigender Kosten wider.

Die M&A-Landschaft in Deutschland bleibt dynamisch, mit Biotech und Onkologie als treibende Kräfte. Unternehmen nutzen ihre starke Liquidität, um organisches Wachstum voranzutreiben und in bekannten Märkten zu expandieren. Doch überhöhte Bewertungen und erste Anzeichen einer Abschwächung des Booms deuten darauf hin, dass in naher Zukunft mehr Vorsicht geboten sein könnte.

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