Europas gefährliche Abhängigkeit von US-Technologie wächst weiter an
Europas gefährliche Abhängigkeit von US-Technologie wächst weiter an
Europas Abhängigkeit von US-Technologie entwickelt sich zu einem drängenden Problem. Von Satellitensystemen bis zu Militärtechnik – der Kontinent ist in hohem Maße von amerikanischen Lieferanten abhängig. Nun gewinnen Forderungen nach größerer digitaler und militärischer Eigenständigkeit in Regierungen und Aktivistenkreisen gleichermaßen an Fahrt.
Das Problem betrifft sowohl den zivilen als auch den Verteidigungssektor. In Deutschland läuft die öffentliche Verwaltung noch immer largely mit Microsoft-Software, was die Kosten in die Höhe treibt und den Wettbewerb erstickt. Schleswig-Holstein hat erste Schritte unternommen, um diesen Kreislauf zu durchbrechen, indem es auf lokal gehostete Open-Source-Alternativen umsteigt.
Auf militärischer Ebene kommt der Ausgabenanstieg Europas – ausgelöst durch Russlands Krieg in der Ukraine und die Unsicherheit über politische Entwicklungen in den USA – vor allem US-Rüstungsunternehmen zugute. Die EU-Käufe amerikanischer Kampfflugzeuge wie der F-35 unterstreichen die tief verwurzelten Abhängigkeiten. Trotz Rekordmilitäretats (507 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024) liegt die durchschnittliche NATO-Verteidigungsausgabe in Europa jedoch bei nur 1,8 Prozent des BIP – ohne klare Bestätigung, wie viele Länder die Zwei-Prozent-Marke tatsächlich erreichen.
Auch Aktivisten leisten Widerstand. Die Kampagne "Tag der digitalen Souveränität", die jeden ersten Sonntag im Monat stattfindet, ruft Bürger und Unternehmen dazu auf, auf europäische Alternativen umzusteigen. Ihr Fokus reicht über Software hinaus bis zu Bezahlsystemen, wo US-Konzerne wie Visa, Mastercard und PayPal dominieren. Selbst Alltagstechnologien – von Smartphones bis zu GPS – basieren auf amerikanischer Infrastruktur und machen Europa anfällig für mögliche Störungen.
Experten argumentieren, dass wahre Autonomie schneller vorangetriebene europaweite Forschung und Entwicklung erfordert. Ohne sie bleibt der Kontinent dem Risiko geopolitischer Verschiebungen und Lieferkettenunterbrechungen ausgesetzt.
Doch der Weg in die Unabhängigkeit ist mit praktischen Hindernissen gepflastert. Der Ausstieg aus der US-Technologie – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor – erfordert Zeit, Investitionen und politischen Willen. Vorerst bleiben Europas digitale und militärische Strategien eng mit amerikanischen Systemen verknüpft – und damit stehen langfristige Sicherheit und Souveränität des Kontinents infrage.
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