Mainzer Stadtrat erhält als Erster den Dummen-August-Preis für politischen Humor
Mainzer Stadtrat erhält als Erster den Dummen-August-Preis für politischen Humor
Ein linker Stadtrat aus Mainz 05 ist für seinen unkonventionellen politischen Stil mit einer ungewöhnlichen Ehre bedacht worden: Martin Malcherek erhielt als Erster den Dummen August-Preis, verliehen vom Verein Rettet das Römische Mainz. Die Auszeichnung würdigt den Geist des tollpatschigen Clowns – eine Figur mit tiefen Wurzeln in der römischen Tradition und einer langen Geschichte in der Karnevalskultur.
Die Tradition des Dummen August reicht bis ins antike Rom zurück, wo Clowns wie der Stupidus oder der Centunculus – ein in Flicken gekleideter Narr – das Publikum mit ihren unbeholfenen Späßen unterhielten. Der Centunculus prägte sogar den heutigen Zirkusclown mit der roten Nase. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus die beliebte Figur des Schelms, der zwar stolpert, aber durch Humor unangenehme Wahrheiten aufdeckt.
Die Preisverleihung fand Anfang Februar im Narrenkeller statt, einer Karnevalsveranstaltung des Vereins Rettet das Römische Mainz. Dirk Loomans, Präsident des Karneval Club Kastel, überreichte die Auszeichnung im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Mainzer Hofsänger. Die Gruppe lobte Malcherek dafür, den Geist des Dummen August zu verkörpern – eine schrullige, originelle Persönlichkeit, die mit kindlicher Ehrlichkeit Normen infrage stellt.
Gewürdigt wurde Malcherek für seine Bereitschaft, unangenehme Fragen zu stellen und öffentlich zu scheitern – eine Eigenschaft, die Loomans in der Welt dringend vermisst. Anders als die scharfsinnigen Satiriker des Mainzer Karnevals, die mit klugem Witz Gesellschaftskritik üben, steht der Dumme August für einen Tollpatsch, der grandios scheitert und doch durch seine Verletzlichkeit tiefere Wahrheiten offenbart.
Der Preis unterstreicht die bleibende Rolle von Clowns als Wahrheitsverkünder, die antike Traditionen mit moderner Satire verbinden. Malchereks Auszeichnung knüpft an eine lange Reihe von Narren an, die mit Humor und Unvollkommenheit zum Nachdenken anregen. Gleichzeitig markiert die Ehrung einen Meilenstein für die Mainzer Hofsänger, die damit ein Jahrhundert Karnevalstradition feiern.
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