Kölner Rosenmontagszug: Pferde zwischen Tradition und Tierschutz-Debatte

Lukas Lehmann
Lukas Lehmann
2 Min.
Ein Gemälde, das einen Karnevalsumzug mit Menschen in bunten Kostümen zeigt, die auf Pferden vor einem geschmückten Wagen reiten, vor einem Hintergrund aus Bäumen und einem klaren blauen Himmel.Lukas Lehmann

Pferde beim Rosenmontagsumzug in Köln? Für und Wider - Kölner Rosenmontagszug: Pferde zwischen Tradition und Tierschutz-Debatte

Pferde beim Kölner Rosenmontagszug: Tradition zwischen Tierschutz und neuer Regeln

Pferde sind seit langem ein fester Bestandteil des Kölner Rosenmontagszugs – in diesem Jahr werden rund 230 Tiere erwartet. Doch ihre Teilnahme hat eine neue Debatte entfacht, da Tierschutzorganisationen wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund ein Verbot fordern. Das Festkomitee hat nun strengere Auflagen eingeführt, um Bedenken hinsichtlich Stress und Sicherheitsrisiken zu begegnen.

Tierschutzverbände argumentieren, dass die Pferde während des Umzugs stark leiden. Sie verweisen auf sichtbare Anzeichen von Stress, mögliche Verletzungen und frühere Unfälle, bei denen sowohl Tiere als auch Zuschauer zu Schaden kamen. Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor anhaltenden Gefahren, während PETA die Veranstaltung als unnötige Qual für die Tiere brandmarkt.

Das Festkomitee reagierte mit verschärften Vorschriften: Verpflichtende Trainingsstunden, Eignungstests für Betreuer und Maßnahmen zur Stressreduzierung – etwa regelmäßige Pausen und eine schrittweise Gewöhnung an laute Geräusche – gehören dazu. Zudem muss jedes Pferd von erfahrenen Führern begleitet werden.

Kritik kommt nicht nur von Aktivisten. Auch der Karnevalskünstler Jacques Tilly sprach sich gegen den Einsatz von Pferden aus und verstärkte damit die Forderungen nach einem Umdenken. Die Nachbarstadt Bonn hatte bereits 2021 Pferde von ihren Karnevalsveranstaltungen verbannt – mit Verweis auf Tierschutz und öffentliche Sicherheit. Die Entscheidung stieß auf geteilte Reaktionen: Manche Bürger bedauerten den Verlust der Tradition, akzeptierten die Maßnahme aber letztlich.

Der Kölner Stadtrat diskutierte das Thema, doch die Tradition bleibt – vorerst. Das Komitee betont, die neuen Regeln würden die Bedingungen für die Tiere verbessern.

In diesem Jahr wird der Zug also mit Pferden stattfinden, allerdings unter strengerer Kontrolle. Die Maßnahmen des Festkomitees sollen Tradition und Tierschutz in Einklang bringen. Doch der Druck von Aktivisten und Nachbarstädten deutet darauf hin, dass die Diskussion noch lange nicht beendet ist.

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