Wolfram Weimer in der Kritik: Rücktrittsforderungen und Scholz' klare Unterstützung
Emilia SchmittWolfram Weimer in der Kritik: Rücktrittsforderungen und Scholz' klare Unterstützung
Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien in Deutschland, sieht sich wachsender Kritik wegen einer Reihe umstrittenener Entscheidungen ausgesetzt. Rücktrittsforderungen kommen aus Kultureinrichtungen, von politischen Akteuren und Verbänden. Trotz des Gegenwinds hat Bundeskanzler Olaf Scholz Weimer öffentlich unterstützt und betont, seine Arbeit werde weiterhin breit geschätzt.
Die jüngste Kontroverse betrifft den angeblichen Versuch Weimers, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen. Medienberichten zufolge habe er ihre Entlassung betrieben, eine offizielle Bestätigung steht jedoch aus. Unabhängig davon forderten die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Weimer auf, als Redner bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald-Dora zurückzutreten.
Schärfste Kritik erntet Weimer zudem für den Baustopp bei der Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. Führende Vertreter der Buchbranche verurteilen seine Entscheidung, Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis auszuschließen und die Preisverleihung abzusagen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bezeichnete sein Vorgehen als inakzeptabel – insbesondere die Anweisung, Buchhandlungen vom Verfassungsschutz überprüfen zu lassen.
Die politischen Reaktionen fallen gespalten aus. CDU-Chef Friedrich Merz räumte im Bundestag ein, Weimers Amt sei stets "umkämpft", bekräftigte aber sein Vertrauen in den Minister. Scholz verteidigte Weimer und behauptete, dessen Kulturpolitik genieße weiterhin breite Zustimmung. Konkrete Vorwürfe, etwa im Zusammenhang mit der Gedenkveranstaltung in Buchenwald-Dora, blieb die Regierung jedoch schuldig.
Die Bundesregierung wies Forderungen nach Weimers Rücktritt zurück und stellt sich hinter seine Bilanz in Kultur und Medien. Doch seine Entscheidungen sorgen weiterhin für Widerstand bei zentralen Kultur- und Politikvertretern. Der Streit offenbart die anhaltenden Spannungen zwischen Regierungslinie und den Erwartungen der Kulturszene.






