Wie ein Ballett über Rudolf Nurejews Leben für Furore und Verbot sorgt
Maximilian KrauseWie ein Ballett über Rudolf Nurejews Leben für Furore und Verbot sorgt
Ein mutiges Ballett über das Leben Rudolf Nurejews sorgt seit seiner Premiere für Begeisterung und Kontroversen
Die 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführte Produktion, choreografiert von Juri Possochow und inszeniert von Kirill Serebrennikow, entwirft ein opulentes Bühnenbild, das Nurejews extravagante Welt mit Werken alter Meister, Designermöbeln und sogar einer Rekonstruktion seiner Privatinsel einfängt.
Das Ballett begleitet Nurejew von seinen Anfängen unter Alexander Puschkin an der Waganowa-Ballettakademie in Leningrad bis zu seiner spektakulären Flucht nach Frankreich. Seine späteren Jahre – geprägt von weltweitem Ruhm und dem tragischen Tod an Aids 1993 – bilden den emotionalen Höhepunkt. Während der erste Akt für seine Energie gelobt wurde, kritisierten einige den zweiten Akt als überladen und von holprigem Humor geprägt.
Regisseur Kirill Serebrennikow verpasste die Premiere 2017 wegen rechtlicher Probleme – später wurde er wegen Untreue verurteilt. Choreograf Juri Possochow, in der ukrainischen Stadt Luhansk geboren und heute US-Bürger, arbeitet trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine weiterhin mit dem Bolschoi zusammen.
2023 verbot die russische Regierung das Ballett unter Berufung auf Gesetze gegen die "Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen". Dies folgte auf eine Versteigerung von Nurejews Nachlass 1995, bei der viele der auf der Bühne gezeigten persönlichen Gegenstände zerstreut wurden.
Nurejew bleibt eine beeindruckende Hommage an einen der größten Tänzer der Geschichte. Die Mischung aus künstlerischem Anspruch und politischer Brisanz unterstreicht die anhaltende Komplexität seines Erbes. Das Schicksal der Produktion – vom Moskauer Bolschoi bis zum russischen Verbot – spiegelt die Kontroversen wider, die auch das Leben ihres Protagonisten begleiteten.






