Weltweite Ungleichheit erreicht neuen Höchststand: Löhne stagnieren, Managergehälter explodieren
Emilia SchmittWeltweite Ungleichheit erreicht neuen Höchststand: Löhne stagnieren, Managergehälter explodieren
Die weltweite wirtschaftliche Ungleichheit hat sich laut aktuellen Berichten weiter verschärft. Während das Einkommen der durchschnittlichen Arbeitnehmer unter dem Niveau vor der Pandemie bleibt, sind die Gehälter von Top-Managern stark gestiegen. Aktivisten und UN-Vertreter warnen nun vor einem steigenden Armutsrisiko, sofern nicht dringend gehandelt wird.
Die Kluft zwischen Arbeitnehmern und Führungskräften hat sich seit 2019 weiter vertieft. Im vergangenen Jahr lag der globale Durchschnittslohn bei 17.156 US-Dollar – ein leichter Anstieg von 0,5 % gegenüber 2024, aber ein inflationsbereinigter Rückgang um 12 % im Vergleich zu 2019. Gleichzeitig verdienten die 1.500 bestbezahlten Konzernchefs im Jahr 2025 durchschnittlich 8,4 Millionen US-Dollar, was einem Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahr und einem Anstieg von 54 % seit 2019 entspricht.
Auch bei der Bekämpfung der Arbeitsarmut gibt es kaum Fortschritte. Die jährliche Rückgangsrate verlangsamte sich nach 2020 auf nur noch 3 %, nach zuvor deutlichereren Verbesserungen. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) schätzt, dass aufgrund der anhaltenden Krise im Golf weitere 32 Millionen Menschen in Armut abrutschen könnten.
Als Reaktion fordert Oxfam die Regierungen auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören zeitlich befristete Pläne zur Verringerung der Ungleichheit mit klaren Zielen und regelmäßigen Überprüfungen. Die Hilfsorganisation plädiert zudem für höhere Steuern auf Superreiche, strengere Kontrollen der Lobbyarbeit von Unternehmen sowie schärfere Regeln für die Finanzierung politischer Wahlkämpfe durch vermögende Spender.
Die Zahlen verdeutlichen die wachsende Spaltung zwischen normalen Arbeitnehmern und Spitzenverdienern. Angesichts stagnierender Löhne und explodierender Managergehälter wächst der Druck auf die Politik, die Ungleichheit zu bekämpfen. Ohne Gegenmaßnahmen könnten in den kommenden Jahren Millionen weitere Menschen in finanzielle Not geraten.






