Ex-Politiker warnen vor Trumps Unilateralismus und fordern UN-Reform mit US-Unterstützung
Maximilian KrauseEx-Politiker warnen vor Trumps Unilateralismus und fordern UN-Reform mit US-Unterstützung
Zwei ehemalige hochrangige Politiker warnen, dass der Unilateralismus der USA unter Präsident Donald Trump die transatlantischen Beziehungen beschädigt. Christoph Heusgen, ehemaliger Berater von Angela Merkel, und Philip Murphy, ein früherer US-Botschafter, betonen, dass beide Nationen am meisten profitieren, wenn das internationale Recht respektiert wird. Ihre Äußerungen fallen mit einem Vorschlag für eine Reform des UN-Sicherheitsrats zusammen – und zwar mit Unterstützung der USA.
Heusgen und Murphy kritisieren, dass Trump Europa eher als Gegner denn als Verbündeten behandle. Seine Handlungen, so die beiden, weckten Zweifel an der Bindung der USA an die NATO und schwächten langjährige Partnerschaften. Zudem werfen sie Trump vor, durch Druck auf Richter, die Umgehung des Kongresses und die Besetzung zentraler Bundesämter mit Gefolgsleuten die Gewaltenteilung auszuhebeln.
Als Gegenentwurf fordern sie deutsche Politiker auf, sich für eine Reform des UN-Sicherheitsrats einzusetzen – etwa durch ein Modell mit halbpermanenten Sitzen. Dies würde, so ihr Argument, die globalen Machtverhältnisse besser abbilden und gleichzeitig die Einbindung der USA sichern. Ihr Vorschlag steht im Kontext wachsender Sorgen, dass Trumps Außenpolitik die USA von traditionellen Verbündeten isoliert.
Mit Blick auf die Zukunft äußern Heusgen und Murphy Optimismus angesichts der anstehenden Zwischenwahlen in den USA. Sie gehen davon aus, dass die Demokraten im November das Repräsentantenhaus und möglicherweise auch den Senat zurückerobern könnten. Ein solcher Wahlsieg, so ihre Einschätzung, würde helfen, Trumps Politik einzudämmen und die transatlantischen Beziehungen zu stabilisieren.
Ein künftiger demokratischer Präsident, fügen sie hinzu, würde voraussichtlich die Bindungen zu Europa erneuern und fairere Handelsabkommen anstreben. Eine solche Wende könnte die Spannungen mildern, die durch Trumps konfrontativen Diplomatiestil entstanden sind.
Die Warnungen von Heusgen und Murphy unterstreichen die wachsende Unruhe über Trumps Führungsstil. Ihre Vorschläge zur UN-Reform und die Hoffnung auf demokratische Wahlerfolge spiegeln ein breiteres Bestreben wider, die Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa neu auszurichten. Das Ergebnis der Wahlen im November, so ihr Argument, werde entscheiden, ob sich die transatlantischen Beziehungen erholen – oder weiter unter Druck geraten.






