Offenbach und Frankfurt wollen Cannabis-Legalisierung als Modellregion testen
Maximilian KrauseOffenbach und Frankfurt wollen Cannabis-Legalisierung als Modellregion testen
Offenbach und Frankfurt bewerben sich als Modellregion für legalen Freizeitkonsum von Cannabis
Die Städte Offenbach und Frankfurt bereiten eine Bewerbung als Modellregion für den legalen Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken vor. Die Initiative wird von Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Bündnis 90/Die Grünen) und Offenbachs Oberbürgermeisterin Sabine Groß (ebenfalls Bündnis 90/Die Grünen) vorangetrieben. Ziel ist es, den legalen Erwerb der Droge zu ermöglichen – trotz möglicher Konflikte mit übergeordneten Gesetzen.
Groß und Majer treiben das Projekt mit dem Argument voran, dass es Konsumenten entkriminalisieren und den Schwarzmarkt schwächen könnte. Regulierte Verkaufsstellen, so ihre Überzeugung, würden zudem gesundheitliche Risiken minimieren und den Zugang – insbesondere für Minderjährige – besser kontrollieren.
Widerstand kommt von der CDU, die die Behauptung der Oberbürgermeisterin, Offenbach sei verpflichtet, das Vorhaben umzusetzen, als falsch zurückweist. Kritiker warnen zudem, das Projekt könnte gegen internationale, europäische und UN-Drogenabkommen verstoßen. Andere befürchten, es könnte „Cannabis-Tourismus“ anziehen und die Region zu einem Anziehungspunkt für drogenbezogene Aktivitäten machen.
Die CDU schlägt vor, die Städte sollten sich stattdessen auf andere städtebauliche Herausforderungen konzentrieren. Sie plädiert für alternative Belebungsstrategien, die sich stärker an den Bedürfnissen der Offenbacher Bevölkerung orientieren. Gleichzeitig fordern Bundespolitiker aus demselben politischen Lager Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel.
Die geplante Modellregion für legale Cannabis-Verkäufe steht vor juristischen und politischen Hürden. Sollte sie umgesetzt werden, könnte sie die Drogenpolitik in der Region neu prägen – riskiert aber auch Konflikte mit höheren Regelwerken. Die Debatte offenbart dabei tiefe Gräben zwischen unterschiedlichen Prioritäten in Gesundheitsfragen und Stadtentwicklung.






