Nitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – Blutdruckpatienten betroffen bis 2026
Maximilian KrauseNitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – Blutdruckpatienten betroffen bis 2026
Blutdruckpatienten leiden unter anhaltendem Nitrendipin-Mangel in Deutschland
Patienten, die auf Nitrendipin angewiesen sind – ein gängiges Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck – sehen sich in Deutschland weiterhin mit Lieferengpässen konfrontiert. Betroffen sind sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierung des Wirkstoffs, ohne dass kurzfristig eine Lösung in Sicht ist. Vier große Hersteller melden Produktionsverzögerungen, was Ärzte und Apotheker gezwungen hat, nach Alternativen zu suchen.
Die Versorgungsprobleme begannen bereits im vergangenen Sommer. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) führte Nitrendipin offiziell in seiner Liste der gemeldeten Arzneimittelknappheiten auf. Der Wirkstoff, ein Kalziumkanalblocker, verhindert den Einstrom von Kalzium in die glatten Muskelzellen der Blutgefäße und trägt so dazu bei, die Arterien entspannt und den Blutdruck unter Kontrolle zu halten.
Vier zentrale Hersteller – Aristo, ratiopharm, Aliud Pharma und AbZ – können die Nachfrage derzeit nicht decken. Bei Aristo wird der Mangel der 20-Milligramm-Tabletten voraussichtlich bis Ende 2026 anhalten, was die längste Verzögerung darstellt. Ratiopharm und Aliud Pharma erwarten, ihre Lieferungen bis Ende März wieder aufnehmen zu können, während AbZ mit einer Rückkehr zur regulären Auslieferung bis Ende Mai rechnet.
In der Zwischenzeit greifen Ärzte auf alternative Kalziumkanalblocker wie Amlodipin oder Lercanidipin zurück. Diese Präparate sind jedoch nicht für alle Patienten geeignet – insbesondere nicht für solche mit Herzinsuffizienz oder für diejenigen, die sich von einem kürzlichen Herzinfarkt erholen. Die Engpässe verdeutlichen darüber hinaus grundlegendere Probleme in den Lieferketten, von denen besonders ältere, weit verbreitete Medikamente betroffen sind.
Da mit keiner vollständigen Entspannung der Lage vor frühestens spätem Frühling zu rechnen ist, bleibt die Umstellung auf Ersatztherapien vorerst die wichtigste Option zur Behandlung von Bluthochdruck. Die Situation zeigt einmal mehr, wie anfällig die Versorgung mit lang etablierten Arzneimitteln sein kann.






