Merz lehnt Steuererhöhungen ab und kündigt massive Entlastungen ab 2026 an
Lukas LehmannMerz lehnt Steuererhöhungen ab und kündigt massive Entlastungen ab 2026 an
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Steuererhöhungen entschieden abgelehnt und gleichzeitig die neuesten fiskalpolitischen Pläne der Regierung vorgestellt. Bei einer Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion betonte er, dass die anstehenden Steuerreformen auf Entlastungen abzielen müssten – nicht auf zusätzliche Belastungen. Die neuen Maßnahmen, die ab 2026 in Kraft treten sollen, umfassen unter anderem höhere Freibeträge, Senkungen der Mehrwertsteuer sowie Steuersenkungen für Unternehmen.
Die Steuerpolitik der Bundesregierung hat in den vergangenen sechs Monaten konkrete Formen angenommen, wobei zentrale Änderungen ab dem 1. Januar 2026 greifen sollen. Die Pendlerpauschale steigt dauerhaft auf 38 Cent pro Kilometer – und zwar ab dem ersten gefahrenen Kilometer. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Restaurantmahlzeiten wird dauerhaft auf 7 Prozent gesenkt. Unternehmen, die zwischen Juli 2025 und Dezember 2027 in Ausrüstungen investieren, können von einer degressiven Abschreibung von bis zu 30 Prozent profitieren.
Ab 2028 beginnt eine schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer, während die Entlastungen bei den Energiekosten – darunter die Abschaffung der Gasbeschaffungsumlage und niedrigere Netzentgelte – jährlich mehr als 10 Milliarden Euro umfassen werden. Auch der Grundfreibetrag und das Kindergeld werden ab März 2026 angehoben. Weitere Pläne sehen vor, die täglichen Schwankungen der Spritpreise an Tankstellen ab März 2026 auf eine Anpassung pro Tag zu begrenzen. Gleichzeitig werden die Regeln zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung verschärft, etwa durch eine Echtzeit-Meldung der Mehrwertsteuer bei Geschäftsvorfällen.
Merz räumte ein, dass die im Koalitionsvertrag festgehaltenen steuerpolitischen Zusagen der Regierung Entlastungen bringen müssten – und keine neuen finanziellen Belastungen. Er wies darauf hin, dass bis Ende 2024 die Hälfte der Legislaturperiode verstrichen sein werde, und drängte auf zügige Entscheidungen zwischen Ostern und der Sommerpause. Der Kanzler betonte zudem, dass der Reformeifer in der zweiten Hälfte einer Wahlperiode meist nachlasse, was die kommenden Monate besonders entscheidend mache.
Bei den Anpassungen der Einkommensteuer zeigte sich Merz offen für die Vorschläge des Finanzministers, die auf bestimmte Einkommensgruppen abzielen. Er deutete an, dass auch die Sozialabgaben noch angepasst werden könnten, um diese Steuerzahler weiter zu entlasten.
Die steuerpolitischen Maßnahmen der Regierung treten ab 2026 in Kraft und setzen auf Entlastungen durch höhere Freibeträge, gesenkte Mehrwertsteuersätze und niedrigere Energiepreise. Da Merz auf dem Verzicht neuer Steuerlasten besteht, rückt nun der Vorschlag des Finanzministers zur Einkommensteuerreform in den Fokus. Die in den kommenden Monaten getroffenen Entscheidungen werden die fiskalpolitische Ausrichtung der Koalition für den Rest der Legislaturperiode prägen.






