Italo drängt 2028 in den deutschen Fernverkehr – doch wer zahlt den Preis?
Luisa LangeItalo drängt 2028 in den deutschen Fernverkehr – doch wer zahlt den Preis?
Der private Bahnbetreiber Italo, der zur EVN-Gruppe gehört, plant bis 2028 den Einstieg in den deutschen Fernverkehr. Der Vorstoß löst jedoch Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf bestehende Strecken und regionale Verbindungen aus.
Das Unternehmen beabsichtigt, den Betrieb auf zwei zentralen Achsen aufzunehmen: München–Frankfurt–Köln–Dortmund sowie München–Berlin–Hamburg. Diese Relationen werden derzeit von den ICE- und IC-Zügen der Deutschen Bahn bedient.
Martin Burkert, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), warnt davor, dass Italo sich auf die lukrativsten Strecken konzentrieren könnte – eine Praxis, die im Fachjargon als „Rosinenpicken“ bekannt ist. Dies könnte die Deutsche Bahn zwingen, ihr Angebot auf weniger rentablen Linien zu reduzieren. Sollten Italos Pläne umgesetzt werden, droht mindestens 16 Städten der Verlust ihrer direkten ICE- und IC-Anbindungen.
Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, fordert die Politik auf, klarere Regeln für einen fairen Wettbewerb festzulegen. Auch Christian Bernreiter, bayerischer Verkehrsminister, äußert sich besorgt über die begrenzten Kapazitäten im Schienennetz und die mögliche Überlastung der Infrastruktur.
Der Markteintritt von Italo könnte den Fernverkehr in Deutschland grundlegend verändern. Durch die geplanten Strecken und den zunehmenden Konkurrenzdruck könnten sich die Verkehrsanbindungen für einige Städte verschlechtern. Nun diskutieren Behörden und Branchenvertreter, wie dieser Wandel gesteuert werden kann.






