01 May 2026, 20:05

Historischer Wechsel: FAZ ernennt erste Mitverlegerin in 75 Jahren

Schwarze und weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939, betitelt 'Weitpreubliche Zeitung', mit einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Szenerie.

Historischer Wechsel: FAZ ernennt erste Mitverlegerin in 75 Jahren

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zur neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Wechsel in der Führung des Blattes. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie als erste Frau dem traditionell rein männlich besetzten Herausgeberkreis angehören. Ihre Berufung stärkt zudem den Einfluss der sogenannten Modernisierer innerhalb der Redaktion.

Bubrowski arbeitet seit 2013 für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. Ihre Berichterstattung steht für die schrittweise ideologische Neuausrichtung der Zeitung – ein Wandel, der intern als VerTAZung bezeichnet wird und das Blatt näher an das grün-sozialdemokratische Mainstream-Spektrum heranführt.

Das Herausgebergremium der FAZ folgt einem in den deutschen Medien einzigartigen Führungsmodell: Vier Mitverleger teilen sich die Verantwortung und die redaktionellen Aufgaben. Bubrowskis Ernennung ist der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 einsetzte.

Mit ihr zählen nun drei der vier Mitverleger zu den Modernisierern, darunter Carsten Knop. Damit löst sich die Zeitung zunehmend von ihrer konservativeren Vergangenheit.

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Bubrowskis Aufstieg spiegelt den anhaltenden Wandel der FAZ wider – sowohl in der Führungsebene als auch in der inhaltlichen Ausrichtung. Als erste Frau in diesem Gremium setzt sie ein deutliches Zeichen für eine neue Ära. Die Hinwendung zu einer progressiveren Haltung ist nun fest in der Chefredaktion verankert.

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