24 March 2026, 08:06

BBC streicht "Reparaturwerkstatt"-Folge wegen alter Monkhouse-Witze – und entfacht Zensur-Debatte

Titelblatt eines alten Buches mit dem Titel "The Old Couple: A Comedy" und einem Logo auf dem Cover.

BBC streicht "Reparaturwerkstatt"-Folge wegen alter Monkhouse-Witze – und entfacht Zensur-Debatte

Eine Folge der Sendung "Die Reparaturwerkstatt" wurde aus dem BBC-Programm genommen, nachdem ein Mitarbeiter der Produktion Witze in den restaurierten handschriftlichen Notizbüchern von Bob Monkhouse beanstandet hatte. Der Beitrag, der sich mit der Aufarbeitung der Witzesammlungen des Komikers aus den 1960er-Jahren befasste, wurde nach Bedenken wegen möglicherweise anstößigen Inhalten gestrichen.

Die Entscheidung löste seither eine anhaltende Debatte über Zensur und kulturelles Erbe aus, wobei die öffentliche Kritik in den vergangenen eineinhalb Jahren immer weiter zunahm.

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Die restaurierten Witzesammlungen stammten vom verstorbenen Komiker Bob Monkhouse, der sie Anfang der 1960er-Jahre begonnen hatte anzulegen. Gefüllt mit Tausenden handschriftlichen Scherzen, Karikaturen und Kritzeleien, nutzte er sie bis zu seinem Tod im Jahr 2003. Einige Einträge enthielten Zeichnungen von oberschlächtig abgebildeten Frauen neben Witzen, die nach heutigen Maßstäben als sexistisch gelten könnten.

Während der Produktion hatte ein Fernsehmitarbeiter Bedenken gegen einen bestimmten Witz geäußert und ihn als unangemessen eingestuft. Die Produktionsfirma Ricochet, die hinter "Die Reparaturwerkstatt" steht, bestätigte, dass die Auswahl der vorgestellten Gegenstände ein routinemäßiger Teil ihres Prozesses sei. In diesem Fall jedoch unterstützte die BBC die Entscheidung, den gesamten Beitrag zu streichen, und berief sich dabei auf die Fürsorgepflicht gegenüber allen Zuschauern.

Die Nachricht über die Entfernung der Folge wurde Anfang 2025 bekannt und löste sofortige Empörung aus. Kritiker warfen der BBC Zensur vor, während Befürworter argumentierten, dass der Schritt vor veraltetem oder schädlichem Inhalt schütze. Mit der Zeit verschärfte sich der Widerstand: Petitionen sammelten über 100.000 Unterschriften, Meinungsartikel in The Telegraph und The Spectator verurteilten die Entscheidung, und Komiker wie Jimmy Carr sprachen sich gegen das aus, was sie als "kulturelle Auslöschung" bezeichneten. Andere hingegen hielten daran fest, dass die Entfernung anstößiger Inhalte ein notwendiger Schritt sei, um die Normalisierung schädlicher Sprache zu verhindern.

Die Kontroverse hat die BBC anhaltender Kritik wegen ihres Umgangs mit historischem Material ausgesetzt. Monkhouses Witzesammlungen – zwar restauriert, aber nie gesendet – stehen im Mittelpunkt einer größeren Diskussion darüber, wie künstlerisches Erbe mit modernen Wertvorstellungen in Einklang gebracht werden kann. Die Debatte zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung, beide Seiten bleiben unnachgiebig in ihren Positionen.

Quelle