Bayerns Apotheker fordert Günther Jauch heraus: "Erleben Sie unseren Alltag!"
Maximilian KrauseBayerns Apotheker fordert Günther Jauch heraus: "Erleben Sie unseren Alltag!"
Ein Apothekeninhaber in Bayern hat den TV-Moderator Günther Jauch dafür kritisiert, ausländische Online-Apotheken zu bewerben. Der Besitzer, der unter dem wachsenden Druck auf lokale Betriebe leidet, lud Jauch ein, sich vor Ort ein Bild von den täglichen Herausforderungen zu machen. Gleichzeitig warnte er, dass bis 2025 Hundert deutsche Apotheken aufgrund finanzieller und betrieblicher Probleme endgültig schließen müssten.
Der Inhaber der Marien-Apotheke in Saal an der Donau äußerte seine Sorgen in einem öffentlich veröffentlichten Video. Er schilderte, wie lokale Apotheken zunehmend komplexe medizinische Fälle bewältigen, mit Lieferengpässen kämpfen und Patienten mit Beratungsbedarf betreuen – während einfache Rezeptbestellungen vermehrt an ausländische Online-Anbieter gehen.
Preisvorschriften, niedrige Erstattungssätze, übermäßige Bürokratie und Fachkräftemangel treiben viele Apotheken an den Rand des Ruins. Bis 2025 könnten über 500 Standorte schließen; Städte wie Bremen, Stuttgart, Mönchengladbach und Bochum verzeichnen bereits spürbare Rückgänge. Die Gesamtzahl der Apotheken in Deutschland wird dann voraussichtlich auf 16.601 sinken.
Besonders bedauerlich findet der Apotheker, dass Dauerrezepte zunehmend an Online-Apotheken ausgelagert werden. Die dort generierten Umsätze kommen weder der deutschen Wirtschaft, dem Steuersystem noch der lokalen Infrastruktur zugute. Als Reaktion lud er Jauch ein, einen Tag in seiner ländlichen Apotheke mitzuarbeiten. Kollegen lobten diesen Schritt als längst überfällige Aufmerksamkeit für die Branchenprobleme.
Die Einladung steht weiterhin – und bietet Jauch die Gelegenheit, die Realität einer Vor-Ort-Apotheke kennenzulernen. Ohne Änderungen bei der Finanzierung, den Regularien oder der öffentlichen Unterstützung scheinen weitere Schließungen unvermeidbar. Die lokalen Apotheken tragen weiterhin die Hauptlast der Patientenversorgung, während der finanzielle Druck stetig steigt.






