25 March 2026, 12:07

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt dramatischen Rückgang

Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939, betitelt "Weitpreubliche Zeitung", mit einem Gruppenbild von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Atmosphäre.

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt dramatischen Rückgang

Eine neue Analyse zeigt, dass die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF in ihren Talkshows im Jahr 2025 wirtschaftliche Themen weitgehend vernachlässigt haben. Die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführte Studie ergab, dass sich nur 20 Prozent der Sendungen mit Wirtschaftspolitik beschäftigten – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 33 Prozent im Jahr 2023. Kritiker werfen den Sendern vor, in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit unternehmerische Perspektiven nicht ausreichend abzubilden.

Die INSM untersuchte 284 Folgen aus fünf großen Talkformaten: Markus Lanz, Caren Miosga, Maybrit Illner, hart aber fair und Maischberger. Die Ergebnisse zeigen, dass im Durchschnitt zwischen 2021 und 2024 keine der Sendungen ausschließlich wirtschaftspolitischen Themen gewidmet war – wobei die Daten für 2025 einen drastischen Rückgang der Berichterstattung aufzeigen. Selbst wenn wirtschaftliche Themen behandelt wurden, fehlten oft unternehmerische Stimmen: In 32 Prozent dieser Folgen kamen weder Unternehmer noch Vertreter der Wirtschaft zu Wort.

Die Gästelisten waren stark von Politikern (41 Prozent), Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent) geprägt. Unternehmer machten lediglich 5 Prozent der Teilnehmer aus, Vertreter der Industrie nur 2 Prozent. Besonders eklatant war das Ungleichgewicht bei Maischberger, wo in 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Sendungen keine Gäste aus der Wirtschaft zu Gast waren. Demgegenüber widmete hart aber fair 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen und bezog regelmäßig Vertreter der Wirtschaft ein.

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INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben kritisierte die Sender scharf für die Vernachlässigung wirtschaftlicher Perspektiven in einer Phase des Abschwungs. Er warf ihnen vor, ihren öffentlichen Auftrag zu verletzen, indem sie Unternehmer ausschlössen, deren Expertise seiner Meinung nach für eine ausgewogene Berichterstattung unverzichtbar sei. Alsleben forderte eine stärkere Einbindung von Unternehmern, um das Verständnis für wirtschaftliche Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze zu verbessern.

Die Studie verdeutlicht einen klaren Wandel in den Prioritäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, bei dem die Wirtschaftspolitik weniger Beachtung findet als in den Vorjahren. Angesichts der abnehmenden Präsenz wirtschaftlicher Stimmen in Talkshows werfen die Erkenntnisse der INSM Fragen zur Repräsentation und zur Rolle der öffentlichen Medien in der wirtschaftspolitischen Debatte auf. Die Sender haben sich bisher nicht zu der Kritik geäußert.

Quelle