26 March 2026, 10:07

Apotheken kämpfen um Überleben: Bundesrat fordert höhere Rezeptgebühren nach 13 Jahren Stillstand

Plakat mit Text, der besagt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente berechnet hat, zusammen mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apotheken kämpfen um Überleben: Bundesrat fordert höhere Rezeptgebühren nach 13 Jahren Stillstand

Apotheken in ganz Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck, da die Länderregierungen höhere Vergütungen fordern. Die seit 13 Jahren unveränderte Pauschale für verschreibungspflichtige Medikamente steht einer Steigerung der Betriebskosten um rund 65 Prozent gegenüber. Nun hat der Bundesrat seine Forderung nach einer Erhöhung bekräftigt – doch die endgültige Entscheidung liegt bei der Bundesregierung.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach treibt die Initiative voran, die feste Vergütung von 8,35 Euro auf 9,50 Euro pro Rezept anzuheben. Sie mahnte zügiges Handeln des Bundes an, um die in Bedrängnis geratenen Apotheken zu entlasten. Der Freistaat lehnt zudem strikt ab, dass Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) Apotheker ersetzen dürfen – eine Haltung, die der Bundesrat durch eine klare Ablehnung der Substitution unterstützte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Darüber hinaus forderte der Bundesrat die Abschaffung der erleichterten Regeln für Filialapotheken. Ein Antrag, die vereinfachte Anerkennung ausländischer Apothekerqualifikationen zu streichen, scheiterte jedoch an der notwendigen Mehrheit. Unterdessen spricht sich der GKV-Spitzenverband, der die gesetzlichen Krankenkassen vertritt, gegen eine pauschale Erhöhung auf 9,50 Euro aus. Stattdessen bevorzugt er ein gestuftes System, das die Zahlungen für Hochumsatz- und Versandapotheken reduzieren könnte.

Die Diskussionen sind Teil des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes 2026, wobei viele Apotheken warnen, dass stagnierende Gebühren und steigende Kosten ihre Existenz bedrohen. Die Position des Bundesrats überlässt es nun der Bundesregierung, über die Erhöhung zu entscheiden. Sollte sie umgesetzt werden, wäre es die erste Anpassung seit über einem Jahrzehnt. Doch die Streitpunkte um gestaffelte Preise und Regeln für Versandapotheken deuten auf weitere Verhandlungen hin.

Quelle