Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung zwischen Zwangsarbeit und Kolonialismus
Emilia SchmittZwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung zwischen Zwangsarbeit und Kolonialismus
Zwei Statuen, zu unterschiedlichen Zeiten und auf verschiedenen Kontinenten errichtet, stehen heute als Symbole ganz unterschiedlicher Geschichten. In Brandenburg erinnert eine Figur aus Cortenstahl an die Opfer von Zwangsarbeit während der NS-Zeit. Unterdessen wurde 2021 in der Nähe des Weißen Hauses eine Statue von Christoph Kolumbus aufgestellt – und entfachte damit erneut Debatten über das koloniale Erbe.
Die Brandenburg-Statue wurde 2018 am Eingang des Gutshofs Neuendorf im Sande enthüllt. Sie gedenkt Jutta Baumwol, die 2021 ihren 101. Geburtstag gefeiert hätte, sowie anderer Menschen, die in den 1940er-Jahren dort zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Baumwol wurde später nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihr Bruder initiierte das Mahnmal, das heute auf einem von Ameisen bedeckten Baumstumpf steht. Besucher – darunter Radfahrer und Geocaching-Enthusiasten – halten hier oft inne, besonders am Holocaust-Gedenktag und am Tag der Befreiung.
Auf der anderen Seite des Atlantiks tauchte die Kolumbus-Statue 2021 an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building auf. Unter Präsident Donald Trump aufgestellt, wurde sie von der Vereinigung Italian American Organizations United unterstützt. Die Aufstellung erfolgte nach den massiven Protesten im Jahr 2020, als zahlreiche mit dem Kolonialismus verbundene Denkmäler entfernt oder infrage gestellt wurden. Diese Installation galt als bewusste Gegenreaktion auf diese Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Während das Brandenburg-Denkmal ein stiller Ort der Besinnung bleibt, der mit seiner Stahlfigur ein schmerzhaftes Kapitel der Zwangsarbeit markiert, löst die Kolumbus-Statue in Washington weiterhin Diskussionen darüber aus, wie Geschichte erinnert – oder umstritten – wird. Beide sind heute feste Bezugspunkte in den anhaltenden Debatten über die Vergangenheit.






