Wiesbadens Zukunft hängt an zwei gegensätzlichen Visionen in der Stichwahl

Wiesbadens Zukunft hängt an zwei gegensätzlichen Visionen in der Stichwahl
Stichwahl in Wiesbaden: Zwei Kandidaten, zwei Visionen für die Stadt
Im Rennen um das Wiesbadener Bürgermeisteramt haben sich zwei Bewerber für die anstehende Stichwahl durchgesetzt: Gert-Uwe Mende (SPD) tritt gegen den unabhängigen Kandidaten Thilo von Debschitz an, der von CDU und FDP unterstützt wird. Im ersten Wahlgang lag Mende mit acht Prozentpunkten vorn; gemeinsam erreichten beide Kandidaten über 60 Prozent der Stimmen.
Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen zentrale Themen wie Wohnraum, Verkehr, öffentliche Sicherheit und die Zukunft der Innenstadt. Mende hat versprochen, die Zahl der jährlich fertiggestellten Wohnungen zu verdreifachen – mit Fokus auf nachhaltiges Stadtwachstum und den Erhalt bezahlbaren Wohnraums. Zudem will er die Innenstadt beleben, indem er öffentliche Plätze aufwertet, lokale Unternehmen fördert und mehr Grünflächen schafft.
Von Debschitz hingegen setzt auf einen anderen Ansatz: Er möchte Wohnungsbauprojekte beschleunigen, indem er Bürokratie abschafft, Bestandsgebäude ausweitet und enger mit Investoren zusammenarbeitet. Für die Innenstadt schlägt er Pop-up-Läden, temporäre Kulturveranstaltungen und eine stärkere Gastronomieszene vor. Bei der öffentlichen Sicherheit gibt es Überschneidungen: Während Mende die bestehende Waffenverbotszone befürwortet, plädiert von Debschitz für deren Ausweitung. Beide Kandidaten wollen die Polizeipräsenz erhöhen und durch engere Zusammenarbeit mit den Behörden die Kriminalprävention stärken.
Auch im Wahlkampfstil unterscheiden sich die Kontrahenten. Mende betont seine Erfahrung, Zuverlässigkeit und den Zusammenhalt der Gesellschaft. Von Debschitz hingegen inszeniert sich als unabhängige Stimme mit frischem Elan und entschlossener Führung.
Die Stichwahl wird entscheiden, wer Wiesbadens nächster Oberbürgermeister wird – und damit, welche der beiden gegensätzlichen Visionen sich durchsetzt. Mendes Pläne setzen auf strukturiertes Wachstum und bewährte Konzepte, während von Debschitz auf schnelle Reformen und eine schlankere Verwaltung drängt. Das Ergebnis wird maßgeblich prägen, wie die Stadt in den kommenden Jahren die Herausforderungen bei Wohnraum, Sicherheit und Stadtentwicklung angeht.

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