Wie die DDR-Symbole nach 1990 spurlos aus dem Alltag verschwanden
Maximilian KrauseNeue Ausstellung: 'Die Entsorgung von GDR-Staatssymbolen' - Wie die DDR-Symbole nach 1990 spurlos aus dem Alltag verschwanden
Eine neue Ausstellung in Berlin zeichnet das plötzliche Verschwinden der DDR-Symbole nach der deutschen Wiedervereinigung nach. Unter dem Titel "Ein Land im Container: Die Entsorgung der DDR-Staatssymbole" untersucht sie, wie Fahnen, Embleme und Orden innerhalb weniger Monate nach dem Zusammenbruch des Regimes aus dem öffentlichen Raum verschwanden.
Als die Deutsche Demokratische Republik 1990 unterging, wurden ihre Staatssymbole rasant entfernt. Viele landeten im Sperrmüll oder wurden auf Flohmärkten verkauft. Andere wurden von lokalen Behörden als "Sondermüll" eingestuft und ohne Dokumentation vernichtet.
Offizielle Aufzeichnungen darüber, wie viele Abzeichen und Auszeichnungen entsorgt wurden, gibt es nicht. Städte wie Ost-Berlin, Leipzig und Regionen in ganz Sachsen erlebten flächendeckende Beseitigungen – doch der Prozess blieb weitgehend undokumentiert. Einige Stücke jedoch wurden gerettet und fanden später den Weg in Museen.
Das DDR-Museum in Berlin-Mitte hat diese Relikte nun für seine aktuelle Ausstellung zusammengetragen. Bis Mitte November zeigt sie, warum die Symbole so schnell getilgt wurden – und was ihr Schicksal über das Ende einer Epoche verrät.
Die Schau wirft Licht auf ein kaum beachtetes Kapitel der Wiedervereinigung: die rasche Beseitigung der DDR-Ikonografie. Während die meisten Symbole zerstört oder weggeworfen wurden, bieten die erhaltenen Stücke heute eine greifbare Verbindung zu einem untergegangenen Staat. Die Ausstellung bleibt bis Mitte November für Besucher geöffnet.






