27 March 2026, 14:14

Warum das Misstrauen in die Demokratie immer weiter wächst – und wer davon profitiert

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "├ľffne die Grenzen, rette Leben, bek├Ąmpfe Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Warum das Misstrauen in die Demokratie immer weiter wächst – und wer davon profitiert

Soziologe Aladin El-Mafaalani untersucht, warum das Misstrauen gegenüber der Demokratie wächst. In seinem neuesten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen das Vertrauen in staatliche Institutionen, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Seine Erkenntnisse helfen, den Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen wie der deutschen AfD oder von Figuren wie Donald Trump zu erklären.

El-Mafaalani konzentriert sich in seiner Forschung auf Gruppen, die er als "Gemeinschaften des Misstrauens" bezeichnet. Diese Menschen glauben nicht mehr an traditionelle demokratische Systeme, sondern setzen ihr Vertrauen in Parteien, die der liberalen Demokratie feindlich gegenüberstehen. Über digitale Medien vernetzen sie sich, verstärken ihre Skepsis und bilden eng verbundene Netzwerke.

Die AfD, ursprünglich 2013 als euroskeptische Partei gegründet, hat sich seitdem in Richtung nationalkonservativer und migrationsfeindlicher Positionen entwickelt. Bis 2025 verdoppelte sie ihre Wählerbasis auf etwa 10,3 Millionen, mit Hochburgen in Ostdeutschland und Baden-Württemberg. Ihr Aufstieg speist sich aus wirtschaftlicher Unsicherheit, antiestablishment-Rhetorik und Sorgen vor Migration – Themen, die in diesen misstrauischen Gemeinschaften besonders stark resonieren.

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Laut El-Mafaalani reicht es nicht aus, die Inkompetenz der AfD bloßzustellen, um das Vertrauen in die Demokratie bei ihren Anhängern wiederherzustellen. Stattdessen arbeiten populistische Strategen aktiv daran, das Vertrauen in Institutionen zu untergraben – was es traditionellen Parteien erschwert, wieder an Einfluss zu gewinnen. Seine Analyse zeigt: Wer den Rechtspopulismus wirksam bekämpfen will, muss diese Dynamiken verstehen.

El-Mafaalanis Arbeit unterstreicht die Herausforderungen, vor denen der Wiederaufbau von Vertrauen in die Demokratie steht. Seine Erkenntnisse deuten auf Strategien hin, die die Ursachen des Misstrauens angehen, statt nur populistische Bewegungen zu kritisieren. Das Buch bietet einen Rahmen für Politiker:innen und Aktivist:innen, die mit Gemeinschaften in Kontakt treten wollen, die sich von der etablierten Politik abgehängt fühlen.

Quelle