Söder drängt Merz-Regierung zu mehr Tempo nach schwachem Amtsjahr
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bundesregierung zu schnellerem Handeln aufgefordert. In einem Interview mit der Bild am Sonntag mahnte er die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz, nach einem schwierigen ersten Amtsjahr die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.
Söder räumte ein, dass die Bilanz der Koalition unter Merz bisher kaum überzeuge. Zwar wies er Vorwürfe zurück, der Kanzler gehe zu technokratisch vor, warnte jedoch vor Verzögerungen bei zentralen Weichenstellungen. Gerüchte über ein vorzeitiges Scheitern der Koalition bezeichnete er als „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“ und wies sie entschieden zurück.
Der CSU-Vorsitzende betonte zwar die Notwendigkeit von Geduld, kritisierte aber, dass die Koalitionspartner Diskussionen unnötig in die Länge zögen. Als zusätzliche Belastungen nannte er wachsenden externen Druck, etwa durch US-Zölle und eine zweite Energiekrise, die die Regierungsarbeit erschweren.
Trotz der Herausforderungen bekräftigte Söder seine Unterstützung für die Ziele der Koalition. Gleichzeitig warnte er, dass anhaltende Blockaden die parlamentarische Demokratie untergraben könnten.
Söders Äußerungen spiegeln die Frustration über das zögerliche Tempo der Koalition wider, ohne jedoch die Rückendeckung für Merz aufzukündigen. Der Appell zur Eile kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit wachsenden wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Problemen konfrontiert ist. Wie die Regierung auf diese Forderungen reagieren wird, bleibt abzuwarten.






