04 May 2026, 08:07

Protestwelle stoppt geplantes Gaskraftwerk in Mainz – ist die Energiewende in Gefahr?

Gruppe von Menschen mit einem "Stoppt Gas"-Plakat bei einer Protestaktion gegen die Europäische Union, mit Gebäuden, Bäumen und Verkehrszeichen im Hintergrund vor einem klaren blauen Himmel.

Protestwelle stoppt geplantes Gaskraftwerk in Mainz – ist die Energiewende in Gefahr?

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimagruppen hat sich gegen die Pläne für ein neues gasbefeuertes Kraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen die Anlage auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue errichten, doch Gegner kritisieren, dass sie auf veraltete Technologie setzt. Zehn formelle Einsprüche wurden mittlerweile beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht.

Kritiker, darunter der BUND Mainz und Scientists for Future, werfen dem 44-Millionen-Euro-Projekt vor, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen für Jahrzehnte zu zementieren. Maren Goschke vom BUND Mainz bezeichnete die Investition als „Rückschritt“, während Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future die weitere Nutzung von Gas als „verantwortungslos“ bezeichnete. Das Bündnis hinterfragte zudem KMWs Pläne, das Kraftwerk später auf Wasserstoff umzurüsten, und äußerte Bedenken hinsichtlich der Machbarkeit und der ökologischen Folgen.

Eine für den 7. Mai geplante öffentliche Anhörung wurde abgesagt, nachdem die SGD Süd die Einsprüche als „hinreichend begründet und konkret“ bewertet hatte. Die Gruppen drängen nun auf Gespräche mit der SGD Süd und KMW, um Alternativen zu prüfen. Sie verweisen auf Batteriespeicher als erprobte und kostengünstige Lösung, deren Preise sinken und die langfristig nachhaltiger seien als Gas.

Statt eines Gaskraftwerks fordert das Bündnis den Umstieg auf treibhausgasneutrale Optionen. Ihr Ziel ist es, die Energiewende mit öffentlicher Unterstützung voranzutreiben und gleichzeitig langfristige Bindungen an fossile Energieträger zu vermeiden.

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Die Absage der Anhörung bedeutet eine Verzögerung für das Projekt. Durch die Einsprüche des Bündnisses ist nun eine Neubewertung erforderlich, bei der auch Alternativen diskutiert werden sollen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob das Kraftwerk gebaut wird oder ob Mainz eine andere Energiestrategie verfolgt.

Quelle