22 April 2026, 18:06

Neues konservatives Thinktank will Frankreichs Politik mit christlichen Werten prägen

Cartoon zeigt französische Demokraten, die royalen Flüchtlinge überraschen, mit begleitendem erklärendem Text.

Neues konservatives Thinktank will Frankreichs Politik mit christlichen Werten prägen

Ein neues konservatives Thinktank, das Institut de l'Espérance, ist in Frankreich mit Unterstützung des Milliardärs Vincent Bolloré an den Start gegangen. Die 2022 gegründete Denkfabrik will die Politik prägen, indem sie christliche Werte, wirtschaftsliberale Prinzipien und eine kritische Haltung gegenüber Multikulturalismus verbindet. Ihr Auftakt fällt in eine Phase der Neuausrichtung der französischen Rechten, wo kulturelle Debatten in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen haben.

Das Institut versteht sich als Ideengeber für praktische Lösungen moderner Herausforderungen – stets geleitet von konservativen und christlichen Grundsätzen. Anders als radikale Gruppen strebt es keine Abschaffung des Abtreibungsrechts an. Stattdessen setzt es sich für die Aufhebung von Gesetzen ein, die Maßnahmen unterbinden, die von Schwangerschaftsabbrüchen abraten könnten.

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Aktuell prüft das Thinktank 100 politische Maßnahmen in zentralen Bereichen: von der Reform der Einwanderungspolitik über den sozialen Wohnungsbau und Kürzungen der Staatsausgaben bis hin zur Förderung von Unternehmensgründungen und der Stärkung traditioneller Werte an Schulen. Seine Führung – Jean-Christophe Thiery, Philippe Royer und Chantal Barry – besteht durchweg aus überzeugten christdemokratischen Persönlichkeiten, die die ethische Ausrichtung der Organisation widerspiegeln.

Während in Frankreich nach wie vor linkskonservative Denkfabriken größeren Einfluss besitzen, fristen konservative Institute wie dieses ein Nischendasein. Das Institut de l'Espérance ist Teil eines wachsenden Netzwerks rechtspopulistischer Gruppen, die mit Bolloré verbunden sind, einem prominenten katholischen Unternehmer. Die Initiative deutet darauf hin, dass wirtschaftsliberale und kulturkonservative Strömungen unter einem gemeinsamen ideologischen Dach vereint werden sollen.

Das Institut betritt eine politische Landschaft, in der sich die Rechte zunehmend auf Identität und Werte konzentriert. Seine Vorschläge – von der Bildungspolitik bis zur Migrationsfrage – werden zeigen, ob ein glaubensbasierter Konservatismus breitere Zustimmung finden kann. Vorerst bleibt die Arbeit der Gruppe ein Baustein in einer größeren Verschiebung der französischen politischen Debatte.

Quelle