München polarisiert: Tausende beim "Marsch für das Leben" und Gegenprotesten
Luisa LangeMünchen polarisiert: Tausende beim "Marsch für das Leben" und Gegenprotesten
Tausende Menschen versammelten sich am Samstag in München zum sechsten jährlichen Marsch für das Leben. Die Teilnehmer setzten sich für das ein, was sie eine "Kultur des Lebens" nennen, und positionierten sich gegen Abtreibung. Die Angaben zur Teilnehmerzahl gingen zwischen den Veranstaltern und der Polizei auseinander: Die Schätzungen reichten von 4.500 bis 7.000 Menschen.
Gleichzeitig demonstrierten etwa 1.500 Gegenprotestler gegen den Marsch und unterstrichen damit die polarisierende Wirkung der Veranstaltung.
Der Marsch begann mit Reden bekannter Vertreter der Lebensschutzbewegung. Silja Fichtner, Vorsitzende von Stimme der Ungeborenen, betonte die Notwendigkeit, das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu schützen. Auch der katholische Journalist Mathias von Gersdorff richtete sich an die Menge.
Anders als in den Vorjahren sprachen sich diesmal keine führenden Kirchenvertreter öffentlich für die Veranstaltung aus. Weder Heiner Wilmer, der Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, noch Münchens Erzbischof Reinhard Kardinal Marx übermittelten Grußworte. Dennoch solidarisierten sich mehrere andere römisch-katholische Bischöfe mit dem Marsch.
Die Demonstration zog durch Münchens Straßen, wobei die Teilnehmer Plakate trugen und Parolen skandierten. Die Gegenprotestler veranstalteten unterdessen eine eigene Kundgebung in der Nähe und kritisierten die Haltung des Marsches zu Abtreibungsrechten.
Die Organisatoren kündigten bereits den nächsten Marsch für das Leben an, der am 19. September in Berlin und Köln stattfinden soll.
Die Münchner Veranstaltung war der sechste Marsch dieser Art in der Stadt. Während die Organisatoren von 7.000 Teilnehmern sprachen, ging die Polizei von 4.500 aus. Die gegensätzlichen Demonstrationen spiegeln die anhaltende gesellschaftliche Debatte über Abtreibung und den Schutz des Lebens in Deutschland wider.






