Möblierte Wohnungen boomen – doch die Regulierung bleibt lasch und voller Lücken
Luisa LangeMöblierte Wohnungen boomen – doch die Regulierung bleibt lasch und voller Lücken
Möblierter Mietmarkt in Deutschland wächst rasant – doch Regulierung bleibt halbherzig
Der Markt für möblierte Mietwohnungen in Deutschland expandiert schnell: Fast ein Drittel der angebotenen Wohnungen wird mittlerweile voll eingerichtet vermietet. Immer mehr Vermieter setzen auf möblierte und kurzfristige Vermietungsmodelle, um Mietpreisbremse zu umgehen und ihre Gewinne zu steigern. Die Bundesregierung hat zwar neue Maßnahmen zur Regulierung dieser Praktiken vorgeschlagen – doch Kritiker halten die Pläne für unzureichend und weit entfernt von einer echten Reform.
Besonders beliebt bei Vermietern sind inzwischen inflationsindexierte Mietverträge, die Mieterhöhungen automatisch an die Teuerungsrate koppeln. Unternehmen wie Heimstaden stützen sich mittlerweile fast ausschließlich auf solche Verträge, um die Mieten in die Höhe zu treiben. Noch vor einigen Jahren hatten Mieterverbände diese Modelle wegen ihrer Transparenz befürwortet – doch heute nutzen Vermieter sie gezielt, um strengere Mietobergrenzen zu unterlaufen.
Neue Regeln mit wenig Biss Die jüngsten Regierungsvorschläge sehen vor, Mieterhöhungen zu begrenzen, wenn die Inflation über 3 Prozent liegt. Zudem sollen Vermieter künftig Möblierungszuschläge offenlegen und begründen müssen. Auch die Regeln für Kurzzeitvermietungen werden verschärft. Allerdings wurde ein früherer Entwurf, der eine Gebührenobergrenze von 5 Prozent für möblierte Wohnungen vorsah, im finalen Gesetzesentwurf verwässert – die Grenze wurde auf 10 Prozent verdoppelt.
Streitpunkte wie Sanktionen für Vermieter, die Mietpreisbremse ignorieren, wurden vertagt. Diese sollen nun von einer separaten Kommission geprüft werden – während zentrale Fragen der Durchsetzung weiter ungelöst bleiben.
Mieterverbände fordern schärfere Deckel – doch große Reformen bleiben aus Mietervertreter fordern seit Langem strengere Mietobergrenzen, um die Belastung für den sozialen Wohnungsbau zu verringern. Doch mit der aktuellen schwarz-gelben Koalition an der Regierung zeichnen sich weitreichende Reformen nicht ab.
Die neuen Regeln zielen zwar auf mehr Transparenz bei möblierten und kurzfristigen Vermietungen ab: Vermieter müssen künftig Zusatzkosten erklären, und inflationsgebundene Mieterhöhungen werden leicht eingeschränkt. Doch ohne schärfere Kontrollen warnen Experten, dass die Maßnahmen kaum ausreichen werden, um den Mietanstieg zu bremsen – geschweige denn, die Wohnungsnot zu lindern.






