Mindestlohn hilft Geringverdienern – doch die Armut bleibt ein Problem
Lukas LehmannMindestlohn hilft Geringverdienern – doch die Armut bleibt ein Problem
Mindestlohn in Deutschland entfacht neue Debatte über Armut und Beschäftigung
Eine aktuelle Studie zeigt: Zwar hat der Mindestlohn einigen Geringverdienern die finanzielle Last erleichtert, doch die Armutsquote in der Gesamtbevölkerung steigt weiter. Kritiker stellen nun infrage, ob weitere Erhöhungen spürbare Verbesserungen bringen werden.
Laut den neuesten Daten sank das Armutsrisiko für Beschäftigte mit einem Stundenlohn unter 12 Euro um 5,5 Prozentpunkte. Diese Entwicklung folgt auf frühere Anpassungen des Mindestlohns, durch die Arbeitnehmer, die zuvor unter der Grenze lagen, höhere Löhne erhielten. Dennoch stieg die allgemeine Armutsgefährdungsquote auf 16,3 Prozent der Bevölkerung.
Ökonomen warnen, dass selbst ein Mindestlohn von 14,60 Euro bis 2027 die Armut kaum verringern werde. Prognosen zufolge würde eine Erhöhung auf 15 Euro die nationale Armutsquote lediglich um 0,2 Prozentpunkte senken. Auch das Kölner Institut für Wirtschaftsforschung (IW) bewertet die Auswirkungen auf die Renten als "sehr begrenzt".
Gegner verweisen auf ein weiteres Problem: Höhere Lohnkosten könnten Unternehmen dazu veranlassen, Stellen abzubauen. Befürworter entgegnen, dass Geringverdiener bereits von der Regelung profitiert hätten. Doch Skepsis bleibt, ob künftige Erhöhungen breitere soziale Fortschritte bringen werden.
Zwar hat der Mindestlohn einigen Niedriglöhner geholfen, doch sein gesamtwirtschaftlicher Effekt auf die Armutsbekämpfung fällt gering aus. Angesichts der weiterhin steigenden Armutsgefährdungsquote wachsen die Zweifel an seiner langfristigen Wirksamkeit. Künftige Anpassungen könnten nur begrenzte Vorteile bringen – bei gleichzeitigen Bedenken hinsichtlich der Beschäftigung.






