Merz und Miersch liefern sich erbitterten Streit über Gewalt gegen Frauen im Bundestag
Lukas LehmannMerz und Miersch liefern sich erbitterten Streit über Gewalt gegen Frauen im Bundestag
Im Bundestag entbrannte eine hitzige Debatte über Gewalt gegen Frauen, bei der Bundeskanzler Friedrich Merz und SPD-Fraktionschef Matthias Miersch scharf aneinandergerieten. Merz brachte die Zunahme von Angriffen mit Migranten in Verbindung, während Miersch diese Fokussierung als ungerecht und irreführend kritisierte. Der Wortwechsel entstand während einer Sitzung, die sich mit körperlicher und digitaler Gewalt gegen Frauen befasste.
Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnete die Diskussion mit einer Verurteilung der wachsenden Gewalt gegen Frauen, einschließlich digitaler Belästigung. Anschließend behauptete er, ein großer Teil dieser Straftaten gehe auf das Konto von Migranten. Seine Äußerungen stießen umgehend auf scharfe Kritik.
Matthias Miersch, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, warf Merz vor, Migranten pauschal an den Pranger zu stellen. Gewalt gegen Frauen sei kein Problem der Nationalität oder Religion, sondern ein gesamtgesellschaftliches, argumentierte er. Miersch bezeichnete die Reaktion des Kanzlers als unangemessen und betonte, Opfer bräuchten Schutz – unabhängig davon, wer der Täter sei.
Miersch bestand darauf, das Thema umfassend zu betrachten, statt es auf eine einzelne Gruppe zu reduzieren. Er wiederholte, dass die alleinige Fokussierung auf Migranten von der eigentlichen Aufgabe ablenke: Gewalt in all ihren Formen zu bekämpfen.
Die Debatte offenbarten tiefe Gräben darüber, wie Gewalt gegen Frauen angegangen werden soll. Merz' Konzentration auf migrantische Täter wies Miersch zurück und plädierte stattdessen für einen inklusiveren Ansatz. Die Diskussion endete ohne Einigung, wie es weitergehen soll.






