23 April 2026, 22:08

Linkspartei zerrissen: Ramelow wirft Führung Täuschung bei Diäten-Streit vor

Offenes Buch mit handgeschriebener Schrift auf altem Papier, mit Wasserzeichen, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland.

Linkspartei zerrissen: Ramelow wirft Führung Täuschung bei Diäten-Streit vor

In der Linkspartei ist ein erbitterter Streit über Pläne zur Deckelung der Abgeordnetenbezüge entbrannt. Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, wirft der Parteiführung Täuschung vor und behauptet, sie ignoriere einen zentralen Beschluss der Parteikonferenz von 2025. Im Mittelpunkt des Konflikts steht ein Vorschlag, die Einkünfte von Politikern auf den deutschen Durchschnittslohn – zuzüglich eines geringen Kinderzuschlags – zu begrenzen.

Der Streit eskalierte, nachdem der Parteivorstand der Linken einen Plan vorgelegt hatte, die Brutto-Diäten für ihre Bundestags- und Europaabgeordneten zu kürzen. Dem Entwurf zufolge sollten die Bezüge auf das Niveau des nationalen Durchschnittseinkommens gedeckelt werden, zusätzlich zu 350 Euro pro Kind oder unterhaltsberechtigter Person. Ramelow jedoch argumentiert, der Vorstoß widerspreche einem Beschluss der Parteikonferenz von 2025, der weitergehende Reformen gefordert habe – darunter Amtszeitbegrenzungen und gesetzliche Änderungen bis 2027.

Ramelow verlangt von der Führung, den Vorschlag auszusetzen, bis eine Schiedskommission ihn geprüft hat. Er hält die aktuelle Planung für verfassungswidrig und nicht im Einklang mit dem ursprünglichen Konferenzbeschluss. Der Vizepräsident besteht zudem darauf, dass sich alle Abgeordneten der Linken an Parteibeschlüsse halten müssten – einschließlich der Pflicht, überschüssige Gelder sozialen Zwecken zu spenden.

Der Konflikt offenbart tiefere Spannungen innerhalb der Partei über die Frage finanzieller Disziplin. Zwar unterstützt Ramelow grundsätzlich die Ablehnung überhöhten Diäten, kritisiert aber das Vorgehen der Führung als überstürzt und rechtlich mangelhaft. Die Parteivorsitzenden Jan van Aken und Ines Schwerdtner geraten nun unter Druck, den Vorschlag vor der nächsten Bundeskonferenz zu überarbeiten.

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Der Streit spaltet die Linkspartei in der Frage, wie sie finanzielle Zurückhaltung bei ihren Politikern durchsetzen will. Ramelows Intervention hat die Entscheidung verzögert – es gibt Forderungen nach einer unabhängigen Prüfung, bevor endgültig beschlossen wird. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Partei ihre Reformen von 2025 umsetzen kann – oder ob sie sich auf weiteren internen Zwist einstellen muss.

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