Linke-Kandidat in Osterholz-Scharmbeck: Warum Cakars OB-Wahl polarisiert
Emilia SchmittLinke-Kandidat in Osterholz-Scharmbeck: Warum Cakars OB-Wahl polarisiert
Yunus Cakar, Vorsitzender des Islamischen Zentrums Osterholz, kandidiert als Oberbürgermeister für die Partei Die Linke bei den Kommunalwahlen im September in Osterholz-Scharmbeck. Seine Nominierung hat interne Parteistreitigkeiten ausgelöst – Kritiker äußern Bedenken wegen seiner früheren Äußerungen und politischen Aktivitäten.
Die Kontroverse steht im Zusammenhang mit einem Parteibeschluss aus dem Jahr 2026, der sich mit Antisemitismus und der Israel-Politik befasst. Öffentlich zugängliche Unterlagen geben jedoch kaum Auskunft über die genauen Umstände von Cakars Nominierung. Im April 2023 sprach Cakar auf einer Demonstration in Frankfurt vor etwa 750 Teilnehmenden. Diese trugen palästinensische Fahnen und Keffiyehs, während Transparente Porträts der iranischen Ajatollahs Chomeini und Chamenei zeigten. Auch eine Fahne der Islamischen Republik Iran war zu sehen.
Cakar übernahm bei der Veranstaltung eine aktive Rolle: Er verlas Forderungen, moderierte Redebeiträge und mobilisierte die Menge. In seiner Ansprache bezeichnete er Israel als "Apartheid-Regime" und wies Vorwürfe des Antisemitismus zurück. Zudem erklärte er die Lage in Gaza zum "ersten Völkermord der Menschheitsgeschichte, der sich so deutlich vor unseren Augen abspielt".
Darüber hinaus hat Cakar wiederholt seine Unterstützung für die iranische Regierung und deren Politik zum Ausdruck gebracht. Er nahm an Kundgebungen zu Ehren des verstorbenen Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden, Qassem Soleimani, teil. Seine Reden beim al-Quds-Tag verstärkten zudem seine Israel-kritischen Positionen.
Innerhalb der Linken stößt seine Kandidatur auf Widerstand. Einige Parteimitglieder argumentieren, seine Haltung stehe im Widerspruch zum Parteikurs gegen Antisemitismus – insbesondere vor dem Hintergrund des Beschlusses von 2026, der die Positionierung zu Israel und jüdischen Gemeinden präzisieren sollte. Öffentliche Dokumente geben jedoch keine weiteren Einblicke in die internen Debatten der Partei über Cakars Nominierung.
Cakars Wahlkampf für das Amt des Oberbürgermeisters in Osterholz-Scharmbeck geht derweil weiter, begleitet von anhaltenden Diskussionen innerhalb der Linken. Seine früheren Aussagen und sein politisches Engagement stehen besonders in Bezug auf Antisemitismus und Außenpolitik in der Kritik. Die Wahl im September wird zeigen, ob die Wähler:innen seine Kandidatur trotz der Kontroversen unterstützen.






