Krankenkassen widersprechen: Apothekensterben gefährdet Versorgung nicht
Luisa LangeKrankenkassen widersprechen: Apothekensterben gefährdet Versorgung nicht
Gesetzliche Krankenkassen wehren sich gegen Vorwürfe wegen Apothekensterbens
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland weisen die Kritik zurück, dass der Rückgang lokaler Apotheken die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten erschwere. Trotz Schließungen bleibe der Zugang zu Arzneimitteln gesichert, da die meisten Bürger weiterhin in der Nähe einer Apotheke lebten, argumentieren sie. Neue Daten zeigen zwar, dass die Erreichbarkeit zu Fuß in einigen Regionen nachgelassen hat, mit dem Auto sei eine Apotheke jedoch fast überall problemlos zu erreichen.
Seit 2020 ist die Zahl der Deutschen, die keine Apotheke innerhalb von 15 Gehminuten erreichen können, um 1,7 Millionen gestiegen. Prognosen zufolge werden 2025 nur noch 41,6 Prozent der Bevölkerung eine Apotheke in dieser Entfernung haben – ein Rückgang gegenüber 43,7 Prozent im Jahr 2020. Die Erreichbarkeit mit dem Auto bleibt dagegen stabil: 99,9 Prozent der Menschen können eine Apotheke innerhalb von 15 Autominuten erreichen, ein minimaler Rückgang um 0,6 Prozentpunkte seit 2020.
Die Schließungen folgen klaren strukturellen Mustern: In Gebieten mit vielen Apotheken herrscht stärkerer Wettbewerb, was die Schließungswahrscheinlichkeit erhöht. In Regionen, in denen bereits Apotheken geschlossen haben, ist das Risiko weiterer Verluste dagegen geringer. Fast zwei Drittel der Arztpraxen haben noch immer eine Apotheke in zehn Gehminuten Entfernung, und über 90 Prozent sind mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichbar.
Der GKV-Spitzenverband, der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, fordert Reformen bei der Vergütung von Apotheken, um die flächendeckende Versorgung langfristig zu sichern. Die zugrundeliegenden Daten stammen aus einer Studie des Iges-Instituts, während die Barmer, eine der größten Krankenkassen Deutschlands, eigene Zahlen ausgewertet hat.
Bis 2025 könnten etwa 73.000 Menschen – 0,1 Prozent der Bevölkerung – Schwierigkeiten haben, eine Apotheke innerhalb von 15 Autominuten zu erreichen. Das sind 10.000 mehr als 2020, doch insgesamt bleibt der Einfluss auf die Versorgung begrenzt.
Die Debatte über das Apothekensterben hält an, doch die Kassen betonen, dass das System stabil bleibe. Zwar habe die fußläufige Erreichbarkeit in einigen Gebieten abgenommen, die Versorgung mit dem Auto sei jedoch kaum beeinträchtigt. Mit den anstehenden Reformen rückt nun die Schließung der letzten verbleibenden Versorgungslücken in den Fokus.






