KNDS stockt Produktionskapazitäten auf – Milliardeninvestition für Europas Rüstungsboom
Maximilian KrauseKNDS stockt Produktionskapazitäten auf – Milliardeninvestition für Europas Rüstungsboom
Rüstungskonzern KNDS baut Kapazitäten massiv aus, um europäische Nachfrage zu decken
Der französisch-deutsche Rüstungskonzern KNDS expandiert rasant, um die steigende Nachfrage europäischer Streitkräfte zu bedienen. Das Unternehmen plant, in den kommenden Jahren eine Milliarde Euro in neue Produktionskapazitäten zu investieren. Aktuell laufen Verhandlungen über die Übernahme zweier großer deutscher Werke – eines von Mercedes-Benz und ein weiteres von Volkswagen – vor dem Hintergrund eines starken Auftragsanstiegs für gepanzerte Fahrzeuge.
KNDS sucht bereits seit Längerem nach zusätzlichen Produktionsstandorten, um die Ausbringungsmenge zu erhöhen. Im vergangenen Jahr übernahm das Unternehmen das Alstom-Werk in Görlitz, was seine erste große Expansion in Deutschland markierte. Nun verhandelt KNDS über den Kauf des Mercedes-Benz-Standorts in Ludwigsfelde, wo die Produktion der Sprinter-Transporter bis 2030 nach Jawor in Polen verlagert werden soll. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Werks steht zwar noch aus, doch KNDS prüft, Teile der Anlage anzumieten, um dort militärische Fahrzeuge zu bauen, während Mercedes die Transporter-Montage fortsetzt.
Zudem evaluiert das Unternehmen die Übernahme des Volkswagen-Werks in Osnabrück. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hatte den Standort zuvor ebenfalls ins Auge gefasst, sich dann aber zurückgezogen. Das Interesse von KNDS fällt in eine Phase, in der die Bundeswehr in den kommenden Monaten bis zu 3.000 gepanzerte Radfahrzeuge vom Typ Boxer bestellen könnte.
Über diese beiden Vorhaben hinaus führt KNDS Gespräche mit weiteren Unternehmen, um zusätzliche Fertigungskapazitäten zu sichern. Die Investition von einer Milliarde Euro unterstreicht den ehrgeizigen Kurs des Konzerns, die Produktion hochzufahren, während die europäischen Verteidigungsbudgets wachsen.
Sollten die Übernahmen gelingen, würde KNDS beträchtliche neue Kapazitäten gewinnen, um militärische Aufträge abzuwickeln. Die Standorte Ludwigsfelde und Osnabrück könnten zu zentralen Produktionsstätten für gepanzerte Fahrzeuge werden. Die Expansion des Unternehmens passt sich damit in den Trend einer wachsenden europäischen Nachfrage nach moderner Rüstungstechnik ein.






