Kim de l'Horizons preisgekrönter Roman feiert Bühnenpremiere in Berlin
Luisa LangeKim de l'Horizons preisgekrönter Roman feiert Bühnenpremiere in Berlin
Bühnenadaption von Kim de l'Horizons preisgekröntem Roman in Berlin uraufgeführt
Am Vaganten Bühne in Berlin hat die Bühnenfassung von Kim de l'Horizons gefeiertem Debütroman Premiere gefeiert. Das Buch, das 2022 sowohl mit dem Deutschen als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, erlebt nun als 90-minütiges Theaterstück eine neue Interpretation. Die Inszenierung lotet die Themen Identität, Erinnerung und Körperlichkeit aus einer zutiefst persönlichen Perspektive aus.
Im Mittelpunkt steht Kim, eine Erzählerin, deren Weg mit der Demenzerkrankung ihrer Großmutter beginnt. Diese Diagnose veranlasst sie, ihre mütterliche Abstammungslinie zu erforschen – und stößt dabei auf transgenerationale Traumata. Die Suche nach den eigenen Wurzeln verbindet sich mit der Auseinandersetzung um ihre genderfluide Identität, die Kim als einen Körper ohne Grenzen beschreibt: einen, der sich binären Definitionen entzieht.
Kims Erlebnisse umfassen flüchtige, emotionslose Begegnungen über Grindr, Momente, in denen sie versucht, wieder Kontakt zu ihrem körperlichen Selbst zu finden. Ein wiederkehrendes Symbol der Geborgenheit ist eine Blutbuche, die ihr Urgroßvater gepflanzt hat und die ihr seltenes Halt gibt.
Auf der Bühne wird Kims Stimme von drei Schauspieler:innen verkörpert: Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger. Gemeinsam vollziehen sie das Ritual, das "Große Meer" zur Ruhe zu betten – eine Metapher dafür, das Schweigen zu brechen, das auf vergangenen Generationen lastete. Die Adaption bleibt dem rohen, introspektiven Ton des Romans treu und überträgt dessen emotionale Tiefe in eine lebendige Performance.
Die Premiere markiert einen weiteren Meilenstein für Kim de l'Horizons gefeiertes Werk. Das Stück bringt ihre literarische Erforschung von Erinnerung, Identität und Heilung einem neuen Publikum nahe. Mit drei Darsteller:innen, die die Rolle teilen, bietet die Inszenierung eine frische Deutung einer Geschichte, die bereits in Buchform gefeiert wurde.






