Kempen startet bürgernahes E-Carsharing-Projekt gegen hohe Spritpreise
Lukas LehmannKempen startet bürgernahes E-Carsharing-Projekt gegen hohe Spritpreise
Lokale Initiative in Kempen treibt Pläne für ein E-Carsharing-Projekt voran
Eine Bürgergruppe in Kempen bringt ein elektrisches Carsharing-Angebot auf den Weg. Die Initiative, die sich inzwischen als eingetragener Verein konstituiert hat, forscht seit über einem Jahr an Konzepten und bereitet den Start vor. Die Organisatoren sind überzeugt, dass der Service das Mobilitätsverhalten der Einwohner verändern könnte – besonders vor dem Hintergrund steigender Spritpreise und der voranschreitenden Dekarbonisierung.
Das Projekt nahm vor mehr als einem Jahr Gestalt an, als die Beteiligten bestehende E-Carsharing-Modelle analysierten. Sie untersuchten verschiedene Organisationsstrukturen und Finanzierungsmöglichkeiten, um das passende Konzept für Kempen zu finden. Aus dieser Arbeit ging schließlich eCARsharing Kempen hervor, ein eingetragener Verein, der nun mit Behörden kooperieren und Fördergelder beantragen kann.
Die Finanzierung der ersten Schritte – etwa die Gestaltung eines Logos, der Aufbau einer Website und der Druck von Werbematerialien – erfolgte bisher ausschließlich durch private Spenden. Nun konzentriert sich der Vorstand darauf, einen Anbieter zu finden, der ein bezahlbares und praxistaugliches Angebot umsetzen kann.
Roger Buschfeld, Vorsitzender des Vereins, verweist auf die stark gestiegenen Kraftstoffpreise – mitverursacht durch den Krieg in der Ukraine – als zentralen Grund, sich von Benzin- und Dieselautos abzuwenden. Die Gruppe steht zudem in engem Austausch mit dem Kempen Amt für Umwelt- und Klimaschutz und arbeitet mit lokalen Mobilitätsbeauftragten zusammen, um das Projekt in die übergeordneten Verkehrsziele der Stadt einzubinden.
Für die Zukunft plant die Initiative, die ersten Elektrofahrzeuge in Kempen in Betrieb zu nehmen, bevor das Angebot auf die umliegende Region ausgeweitet wird. Die Vorstandsmitglieder argumentieren, dass sich mit wandelnden Mobilitätsgewohnheiten immer weniger Haushalte ein zweites oder drittes eigenes Auto anschaffen werden.
In der nächsten Phase wird der Verein die Partnerschaft mit einem Carsharing-Anbieter finalisieren. Gelingt dies, könnte das Projekt den Kempenern eine emissionsarme Alternative zum Privatwagen bieten. Langfristig strebt der Vorstand an, den Service über die Stadtgrenzen hinaus in benachbarte Gemeinden auszubauen.






