07 April 2026, 16:07

Heftiger Streit um Zukunft der Apotheken beim Münchner Kooperationsgipfel

Alte deutsche Postkarte mit einer Briefmarke, versendet von Deutschland nach Deutschland, mit der Aufschrift "Konzert-Luger-Konferenz-Kommunikation" und der Nummer "174097", in sehr gutem (VF) Zustand.

Heftiger Streit um Zukunft der Apotheken beim Münchner Kooperationsgipfel

Scharfer Streit beim Kooperationsgipfel in München zwischen Redcare-Chef und Apothekerkammer-Präsidentin

Beim Kooperationsgipfel in München ist es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Olaf Heinrich, Vorstandsvorsitzendem von Redcare, und Dr. Ina Lucas, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin, gekommen. Im Mittelpunkt des Konflikts standen die Zukunft der Vor-Ort-Apotheken, Rezeptboni sowie eine geplante Erhöhung der Gebühren um 9,50 Euro.

Heinrich eröffnete die Debatte mit der Behauptung, dass ein Drittel der lokalen Apotheken wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sei. Die Diskussion darüber sei längst überfällig, so der Redcare-Chef, der infrage stellte, ob kleine Apotheken ohne grundlegende Veränderungen überleben könnten. Zudem verteidigte er das Bonus-System seines Unternehmens für Rezeptkunden und argumentierte, europäisches Recht gehe nationalen Beschränkungen vor – bisher gebe es keine rechtlichen Schritte gegen ihr Modell.

Lucas widersprach vehement und bezeichnete es als ungerecht, dass Apotheken jahrelang auf eine Anpassung der Gebühren warten müssten. Sie betonte die unverzichtbare Rolle der Vor-Ort-Apotheken bei der Therapiebegleitung und warnte davor, sie zu bloßen Logistikdienstleistern zu degradieren. Versandapotheken wie Shop Apotheke seien für eine "ordentliche Patientenversorgung schlicht zu teuer", so ihre Kritik.

Heinrich konterte, dass größere Betriebe möglicherweise eine bessere Betreuung bieten könnten als kleine Apotheken. Zudem enthüllte er, dass Redcare Testkäufe durchgeführt habe, bei denen Kurierdienste Medikamententüten statt an Patienten an Nachbarn ausgeliefert hätten. Lucas hingegen blieb dabei, dass kleine Apotheken nicht unterschätzt werden dürften – vorausgesetzt, sie erhielten eine faire Vergütung.

Thema war auch die Einhaltung der Kühlkette, wobei beide Seiten den Bedarf an strengeren Vorgaben für temperaturempfindliche Medikamente anerkannten. Zwar räumte Heinrich ein, dass eine Gebührenerhöhung hilfreich wäre, zweifelte jedoch an, dass sie das bestehende Apothekennetz in seiner jetzigen Form retten könnte.

Der Schlagabtausch offenbarten tiefe Gräben über die Rolle und Finanzierung lokaler Apotheken. Eine Einigung blieb aus, doch die Debatte unterstrich den wachsenden wirtschaftlichen Druck auf kleinere Betriebe. Die geplante Gebührenerhöhung und die Rezeptboni bleiben zentrale Streitpunkte der Branche.

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