Großbritannien führt gleitenden Renteneinstieg mit flexibler Teilrente ein
Lukas LehmannGroßbritannien führt gleitenden Renteneinstieg mit flexibler Teilrente ein
Beschäftigte in Großbritannien können nun schrittweise in den Ruhestand übergehen, indem sie eine Teilrente beziehen, während sie weiter arbeiten. Diese Möglichkeit besteht seit 2017 und ermöglicht es, zwischen 10 % und 99,99 % der Rente in Anspruch zu nehmen, ohne den Beruf aufgeben zu müssen. Das System wurde in den letzten Jahren flexibler gestaltet, wobei wichtige Anpassungen erst 2023 eingeführt wurden.
Das reguläre Renteneintrittsalter liegt für alle, die 1964 oder später geboren wurden, bei 67 Jahren. Sobald dieses Alter erreicht ist, haben Versicherte Anspruch auf eine Teilrente. Sie können damit einen Teil ihrer erworbenen Ansprüche erhalten, ohne vollständig aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Diese Lösung eignet sich besonders für diejenigen, die einen gleitenden Übergang von der Vollzeitbeschäftigung in den Ruhestand bevorzugen.
Auch ein vorzeitiger Bezug der Teilrente ist möglich, allerdings mit Abzügen verbunden. Pro Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme wird die Auszahlung um 0,3 % gekürzt – jedoch nur auf den tatsächlich bezogenen Anteil. Wer beispielsweise 50 % seiner Rente vorzeitig bezieht, muss nur auf diesen Teil Abschläge hinnehmen.
Seit Anfang 2023 gilt eine wichtige Neuerung: Die bisherige Verdienstgrenze für Erwerbstätige, die eine vorzeitige Teilrente erhalten, wurde abgeschafft. Dadurch wird die Option attraktiver – vor allem in Branchen mit Fachkräftemangel oder flexiblen Arbeitszeitmodellen. Auch projektbasierte Tätigkeiten profitieren, da Beschäftigte ihre Einkommensströme nun freier gestalten können.
Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich für Pflegepersonen. Selbst wer 99,99 % seiner Rente bezieht, kann seine späteren Leistungen erhöhen, wenn er einen Angehörigen betreut. Beiträge aus der Pflegeversicherung steigern dann den späteren Rentenanspruch.
Teilrenten bieten somit eine flexible Möglichkeit, Erwerbseinkommen und Altersvorsorge zu kombinieren – mit weniger Einschränkungen als früher. Die Abschaffung der Verdienstgrenzen und die variablen Auszahlungsoptionen machen das Modell für viele zu einer praktikablen Wahl. Besonders in zukunftsträchtigen Berufsfeldern oder für Pflegekräfte kann es den finanziellen Übergang in den Ruhestand erleichtern.






