Gebrauchtwagenmarkt stabilisiert sich nach Jahren der Turbulenzen
Maximilian KrauseGebrauchtwagenmarkt stabilisiert sich nach Jahren der Turbulenzen
Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt zeigt nach Jahren der Turbulenzen Anzeichen einer Stabilisierung. Die Preise sind leicht von ihrem Höchststand 2023 zurückgegangen, während die Nachfrage weiterhin stark bleibt. Experten prognostizieren für 2026 einen moderaten Wertverlust, da sich die Lieferketten erholen und die Neuproduktion von Fahrzeugen wieder normalisiert.
Die Marktverwerfungen begannen während der Pandemie, als ein globaler Chipmangel die Neuproduktion von Autos lahmlegte. Zwischen 2021 und 2022 stellten Fabriken die Produktion ein, wodurch weltweit ein Fehlbestand von sieben bis elf Millionen Fahrzeugen entstand. Die Lieferzeiten für Neuwagen verlängerten sich von sechs auf bis zu achtzehn Monate – viele Käufer wichen daher auf den Gebrauchtmarkt aus.
Durch das geringere Angebot an jungen Gebrauchtwagen stiegen die Preise zwischen 2021 und 2022 um etwa 19 Prozent. Anfang 2025 kostete ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen in Deutschland rund 27.800 Euro – fast unverändert gegenüber 2024, aber etwa fünf Prozent unter dem Spitzenwert von 2023. Dreijährige Elektroautos halten mittlerweile nur noch die Hälfte ihres ursprünglichen Werts, ein Rückgang um über zehn Prozentpunkte in den letzten Jahren.
Trotz der Preisanpassungen bleibt die Nachfrage robust. Die Zahl der Halterwechsel stieg 2024 um 7,4 Prozent auf 6,48 Millionen Fahrzeuge. Zudem verkaufen sich Autos schneller: Die durchschnittliche Standzeit auf dem Händlerhof sank 2025 auf 57 Tage – deutlich unter den vorpandemischen Werten von etwa 75 Tagen. Besonders gefragt sind weiterhin SUVs wie der VW Tiguan, der BMW X1 und der Audi Q3.
Der Gebrauchtwagenmarkt beruhigt sich nach Jahren der Umbrüche. Die Preise geben nach, da die Neuproduktion wieder an Fahrt aufnimmt und das Angebot steigt. Bei stabiler Nachfrage und schnelleren Verkaufszeiten scheint der Sektor zu berechenbareren Mustern zurückzukehren.






