31 March 2026, 12:10

EZB plant Notfallstrategie gegen Ölpreisschock durch Iran-Krieg und Inflation

Plakat mit der Aufschrift "Unter Präsident Bidens Inflation Reduction Act" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: Der obere Abschnitt erläutert die Auswirkungen des Gesetzes und der untere Abschnitt zeigt eine blaue und grüne Farbdarstellung.

EZB plant Notfallstrategie gegen Ölpreisschock durch Iran-Krieg und Inflation

Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet sich auf einen erneuten Preisschock bei Energie vor, nachdem die Ölpreise aufgrund des Iran-Kriegs stark angestiegen sind. EZB-Präsidentin Christine Lagarde skizzierte auf der EZB-Konferenz in Frankfurt eine dreigliedrige Strategie, um die steigende Inflation einzudämmen. Der Plan kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Rohölpreise nahe an Rekordhöhen klettern und die Inflation im Euroraum über die bisherigen Prognosen hinausschießt.

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Die Ölpreise sind seit Ende Februar deutlich gestiegen, als der Iran-Konflikt begann. Bis zum 3. März kletterte der Preis für Rohöl um 16 Prozent auf 81 US-Dollar pro Barrel und erreichte am 18. März mit 135 US-Dollar einen Höchststand, nachdem die Straße von Hormus blockiert worden war. Dieser Anstieg folgte auf frühere Preissprünge von 86 auf 130 US-Dollar während des Ukraine-Kriegs, der im Februar 2022 begann. Die aktuellen Preise entsprechen nun dem worst-case-Szenario der EZB und liegen nahe dem 95. Perzentil der erwarteten Verteilung.

Lagardes erster Ansatz besteht darin, den Schock zu ignorieren, falls er nur kurzfristig und geringfügig ausfällt. Eine verzögerte Reaktion der Geldpolitik, warnte sie, könnte mehr schaden als nützen. Sollte die Inflation das Ziel der EZB jedoch über einen längeren Zeitraum deutlich überschreiten, wird die Bank entschlossen handeln.

Als zweite Option sieht Lagarde gezielte Anpassungen der Geldpolitik vor, falls die Überschreitung zwar beträchtlich, aber vorübergehend ist. Im ungünstigen Szenario der EZB könnte die Gesamtinflation auf 4 Prozent steigen, bevor sie schnell wieder sinkt – mit nur geringen Auswirkungen auf die Kerninflation. In einem schweren Fall jedoch würden sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation mehr als zwei Jahre lang erhöht bleiben.

Der EZB-Rat wird diese Risiken bei jeder Sitzung bewerten. Die Entscheidungen – ob der Schock ignoriert, moderat angepasst oder stark gegengesteuert wird – ließen sich mit einem geordneten Probit-Modell möglicherweise besser abbilden als mit einem Standardansatz.

Die EZB steht nun vor einer entscheidenden Weichenstellung, da die Ölpreise die Inflation im Euroraum belasten. Lagardes Strategie bietet einen klaren Rahmen für die Reaktion auf verschiedene Szenarien. Die nächsten Schritte der Bank hängen davon ab, wie lange und wie stark die Energiekosten die Wirtschaft beeinträchtigen.

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