EZB kauft riskante Unternehmensanleihen – wer zahlt bei Pleiten?
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Käuf von Unternehmensanleihen weit über den ursprünglich geplanten Rahmen ausgeweitet. Ursprünglich hatte sie versprochen, nur erstklassige Wertpapiere zu erwerben – doch mittlerweile tragen fast die Hälfte ihrer Bestände ein B-Rating oder schlechter. Diese Entwicklung wirft Fragen nach den Risiken für die Steuerzahler im Euroraum auf.
Die EZB hält inzwischen 440 Unternehmensanleihen, darunter viele von mittelgroßen und privat geführten Unternehmen. Damit dringt sie tiefer in die Realwirtschaft vor, als zunächst vorgesehen war. Einige dieser Papiere werden von Ratingagenturen sogar als "Ramsch" eingestuft, was die Ausfallwahrscheinlichkeit erhöht.
Um ihre Käufe zu rechtfertigen, kann die EZB das beste Rating von vier großen Agenturen auswählen, um Anleihen als investmentgrade – also anlagewürdig – einzustufen. Auf diese Weise gelingt es ihr, riskantere Vermögenswerte in ihr Portfolio aufzunehmen. Ziel der Strategie ist es, die Finanzierung für ein breiteres Spektrum von Unternehmen zu verbessern – nicht nur für Großkonzerne.
Kritiker werfen der EZB vor, sie agiere wie ein Hedgefonds, angesichts des Umfangs und der Risiken ihrer Investitionen. Die Maßnahmen der Bank zeigen ein starkes Engagement für wirtschaftliche Eingriffe. Scheitern jedoch die Unternehmen hinter diesen Anleihen, trägt der Steuerzahler im Euroraum die finanzielle Last.
Das Anleihenkaufprogramm der EZB umfasst inzwischen fast 220 niedriger bewertete Papiere. Zwar erweitert dieser Ansatz die wirtschaftliche Unterstützung, doch geht damit auch ein höheres Risiko einher. Die langfristigen Folgen für Steuerzahler und Finanzstabilität bleiben abzuwarten.






