29 April 2026, 14:11

Energiekrise treibt Lebensmittelpreise in die Höhe – UN warnt vor Millionen Hungrigen

Balkendiagramm, das den US-Energieverbrauch nach Quelle zeigt: Erdgas, Kohle, Kernenergie und Biomassen mit begleitendem erklärendem Text.

Energiekrise treibt Lebensmittelpreise in die Höhe – UN warnt vor Millionen Hungrigen

Die globale Energiekrise verschärft sich weiter: Steigende Treibstoffkosten treiben die Lebensmittelpreise in die Höhe und bedrohen Millionen Menschen mit Hunger. Eine aktuelle Warnung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (UN WFP) deutet darauf hin, dass bis zu 45 Millionen weitere Menschen von Lebensmittelknappheit betroffen sein könnten, sollte sich die Lage über die Jahresmitte hinaus zuspitzen. Gleichzeitig reagieren Regierungen und Unternehmen unterschiedlich auf die Folgen der Krise.

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Die Preise für Öl und Gas sind seit dem russischen Angriff auf die Ukraine stark angestiegen – und bescheren den Energiekonzernen Rekordgewinne. Der britische Multi BP verzeichnete im ersten Quartal 2023 einen Gewinn von 2,7 Milliarden Euro – mehr als das Doppelte desselben Zeitraums im Vorjahr. Viele Unternehmen der Branche verzeichnen ähnliche Windfall-Gewinne, während Verbraucher:innen mit deutlich höheren Heiz- und Transportkosten zu kämpfen haben.

In Deutschland zeigte eine Umfrage Ende März, dass sich fast 80 Prozent der Bevölkerung aufgrund der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verletzlich fühlen. Die hierzulande erhobene Übergewinnsteuer auf Energieunternehmen hat bisher rund 2,5 Milliarden Euro eingespielt – ein Teilbetrag, der die explodierenden Haushaltskosten zumindest abfedert. Unterdessen hat Südkoreas Präsident vorgeschlagen, die Stromnetz-Infrastruktur auszubauen und ein "Solar-Einkommens"-Programm für ländliche Gemeinden einzuführen, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern.

Die Auswirkungen der hohen Energiepreise treffen die Lebensmittelversorgung besonders hart: Düngemittel, Transportkosten und Grundnahrungsmittel sind teurer geworden, was Märkte von Nigeria bis Europa unter Druck setzt. Chinas Export von Solarmodulen hat sich im März 2023 im Vergleich zum Vormonat verdoppelt – ein Zeichen für den Umstieg auf erneuerbare Energien. Dennoch warnt Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), dass diese Krise schlimmer werden könnte als frühere Ölschocks.

Da die Treibstoffkosten die Lebensmittelpreise weiter in die Höhe treiben, schätzt die UN, dass Millionen weitere Menschen von Hunger bedroht sein könnten, falls sich die Krise hinzieht. Regierungen setzen auf Steuern, erneuerbare Energien und Infrastrukturprojekte, um die Belastungen zu mildern. Langfristig wird es darauf ankommen, wie schnell Alternativen zu fossilen Brennstoffen in großem Maßstab verfügbar gemacht werden können.

Quelle